Herbst

Wintereinbruch: Wohin mit all dem Fallobst?

In den Sommermonaten wird das frisch gepflückte Obst am liebsten zu Kuchen und Marmelade verarbeitet. Irgendwann wird die Produktion jedoch eingestellt, obwohl an den Bäumen noch dutzende Äpfel, Birnen und Pflaumen hängen. Spätestens im Herbst nimmt die Natur jedoch ihren Lauf – und es hagelt Fallobst auf den Rasen. Doch wohin damit?

Das Problematische an Fallobst ist, dass es durch den Aufprall Druckstellen bekommt bzw. beschädigt wird, sodass es nicht lange gelagert werden kann – und schnell verarbeitet werden muss. Ansonsten fallen Vögel, Raupen und Pilze über die gärenden Früchte her. Das macht sie nicht nur unbrauchbar, sondern zwingt den Hobbygärtner dazu, tonnenweise Fallobst zu entsorgen. Und auch das ist alles andere als leicht, weil man die Früchte nicht einfach zu Hauf auf dem Kompost entsorgen kann.

Deshalb geben wir Ihnen im Folgenden ein paar Tipps, was man mit dem Fallobst alles machen kann und wie man es ggf. richtig vernichtet.

Wie kann man Fallobst weiter verarbeiten?

Äpfel lange lagernWichtig ist an erster Stelle, dass man das Obst sofort einsammelt, wenn es auf dem Boden liegt, damit sich keine ungebetenen Gäste daran zu schaffen machen.

Danach kann man es beispielsweise einfrieren, um die Haltbarkeit zu verlängern – zuvor müssen die Früchte jedoch noch präpariert werden, damit sie in der Tiefkühltruhe keinen Schaden davontragen: Bei den Pflaumen reicht es aus, sie zu entkernen und in zwei Hälften zu schneiden, Birne und Äpfel hingegen sollten geschält, entkernt und in kleine Stücke geschnitten werden. Danach können sie ohne Bedenken eingefroren werden.

Eine andere Möglichkeit wäre, das Fallobst zu leckeren Fruchtsäften zu verarbeiten. Dafür benötigt man nur eine qualitativ hochwertige Saftpresse, mit der man seine eigenen Getränke herstellen kann.

Wer besonders große Mengen an Fallobst hat, die er nicht alleine bewältigen kann, kann diese auch in eine Mosterei geben – diese verarbeitet die aufgelesenen Früchte zu frischen Obstsäften, von denen sie einen Teil einbehält und einen Teil an die Besitzer wieder abgibt. So hat man sich seine Wintervorräte an Säften gesichert.

Ist das Fallobst jedoch schon zu verdorben, muss es entsorgt werden. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Wie kann man Fallobst richtig entsorgen?

  1. Kleinere Mengen an Fallobst können in der Biotonne entsorgt werden. Hier gilt die Regelung: Eine Biotonne mit 120 Litern Fassungsvermögen darf nicht mehr als 48 Kilogramm Fallobst enthalten, weil sie sonst zu schwer wird und von der Müllabfuhr nicht geleert werden kann.
  2. In jeder Stadt bzw. Gemeinde gibt es spezielle Sammelstellen für Fallobst, u.a. nimmt sich das Kompostwerk der verdorbenen Früchte an. Ob und wo eine entsprechende Sammelstelle vorhanden ist, kann man im Internet nachlesen.
  3. Zudem besteht die Möglichkeit, sein Fallobst zu spenden. Die örtlichen Bauern, kleinere Tierparks in der näheren Umgebung oder auch die Försterei freut sich über Gratis-Futter. Wichtig ist hier jedoch, dass nur „gesundes“ Fallobst abgegeben wird.
  4. Ebenso können Früchte nachhaltig kompostiert werden. Nach rund einem Jahr kann wertvoller Gartenkompost daraus gewonnen werden.
  5. In begrenzter Menge kann Fallobst auch eine wertvolle Zutat für den Wurmkomposter sein. Die Würmer lieben fauliges Obst in Maßen, jedoch nicht in “Massen”. Ungeeignet sind jedoch Zitrusfrüchte und gespritztes Obst.
  6. Zu guter Letzt kann man sein Fallobst auch als natürlichen Dünger für den Garten nutzen. Allerdings nur in kleinen Mengen, die mindestens einen halben Meter tief unter die Erde gegraben werden – außerhalb der Reichweite von Wurzeln und Bäumen.

Tipp: Viele Gartenbewohner wie Igel freuen sich auch über den einen oder anderen liegen gebliebenen Apfel, der ihnen als Wintervorrat dient. Lassen Sie also ruhig ein paar Früchte im Garten verteilt liegen

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