Herbst

Wildobst – Geschmackserlebnisse im Herbst

Was ist Wildobst?

Wildobst findet man häufig am Wegesrand wo es unbehandelt vor sich hin wächst. In der freien Natur genießt das Obst die absolute Freiheit und ist keinen Veränderungen unterworfen. Die lebenserhaltende Funktion von Wildobst wurde schon von unseren Vorfahren erkannt. Zu früherer Zeit war Wildobst für Menschen ein Ernährungsschatz den Sie in freier Wildbahn sammelten. Für die heutige Tierwelt sind Wildfrüchte eine wichtige ökologische Lebensgrundlage.

Eine genaue Abgrenzung zwischen wild wachsenden Früchten und bekannten Kulturobst ist oft nicht ganz einfach. Zahlreiche der an Waldrandgebieten vorkommenden Wildobstarten werden zwischenzeitlich in heimischen Gärten kultiviert. Einige der Wildobstsorten haben daher schon den nahtlosen Übergang zum Kulturobst geschafft.

Welche Arten zählen zum Wildobst?

  • Schwarzer Holunder(Sambucus nigra)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Preiselbeere(Vaccinium vitis-idea)
  • Sanddorn(Hippophae rhamnoides)
  • Apfel, Holzapfel, Zierapfel (Malus)
  • Felsenbirne(Amelanchier)
  • Brombeere, Himbeere(Rubus)
  • Walderdbeere(Fragaria vesca)
  • Kirschpflaume(Prunus cerasifera)
  • Rose, Hagebutte(Rosa)
  • Zierquitte, Zwergquitte (Chaenomeles)

Der charmante Schwarze Holunder

Holunder
Schwarzer Holunder während der Blütezeit

Beim Spaziergang durch Wald und Feld erleben wir den Herbst als ein Fest der Farben. Der Anblick von wild wachsendem Obst ruft in uns inspirativ Ideen wach, eigene Obstfrüchte zu kultivieren. Wildobstpflanzen verkörpern ihren optischen Reiz und einen hohen ökologischen Wert im Garten. Eine Beschreibung, die genau auf den schwarzen Holunder (Sambucus nigra) passt. Der schwarze Holunder kann in der Gartenkultivierung auf eine weitreichende Tradition zurück blicken. In historischen Bauerngärten hat sich der Schwarze Holunder als ideale Nutzpflanze seit längerer Zeit bestens etabliert.

Die hübsche Strauchpflanze aus der Familie der Holunder (Sambucus) erhebt in der Pflege keine erheblichen Ansprüche. Wird er auf nährstoffreichen Boden angebaut, bewahrt sich der robuste Holunder in Bezug auf natürliche Anpassung eine gewisse Flexibilität.

HolunderIn der Entwicklung ist der Schwarze Holunder eine rasant wachsende Pflanze die zu einem üppig ausbreitend verzweigten Wuchs neigt. Seine oberirdischen Platzansprüche gleichen denen im unterirdischen Erdreich. Das Wurzelwerk der Pflanze erweitert sich im Laufe der Jahre insofern muss bei der Standortvergabe ausreichend Platz einkalkuliert werden.

Im Sommer verzaubert der Holunder mit seinen ansehnlichen Blütenständen und hüllt Ihren Garten in aromatischen Wohlgeruch. Bienen, Hummeln und andere Insekten profitieren vom natürlichen Wohlstand, der mit Nektar prall gefüllten Blüten. Voll entwickelt kann der schwarze Holunder eine beachtliche Größe erreichen, die der eines kleinen Baumes gleichkommt. Die Fruchtentwicklung der traditionsreichen Pflanze ist in Abhängigkeit von den jeweiligen Wetterverhältnissen bis Oktober abgeschlossen. Den Reifegrad der Früchte kann man an der kraftvoll schwarzvioletten Färbung ablesen.

Der schwarze Holunder ist eine für die Natur wertvolle Pflanze, aus dessen Beeren man viele Köstlichkeiten zaubern kann.

Wichtiger Hinweis: Holunderbeeren dürfen nicht im Rohzustand verzehrt werden, da Sie giftige Inhaltsstoffe beinhalten. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.

Holunderrezept für die Gesundheit: Holunderblütenwasser für weiche und glatte Haut

Man nehme 2 Hände voll frischer Holunderblüten und übergießt sie mit einem 1/2 Liter abgebrühtem Wasser. Anschließend die Blüten 12 Stunden im Wasser ziehen lassen. Danach filtern und in saubere Flaschen abfüllen. Das Gesundheitswasser sollte kühl gelagert werden, um seine Wirkstoffe zu behalten.
Das Gesundheitswasser kann regelmäßig auf die Schultern, den Hals oder auch die Augenpartie aufgetragen werden, um die Haut geschmeidig und weich zu machen. Getrunken kann es ebenso werden und ist dabei ein Heilgetränk für die Milz.

Die Brombeere ist ein echter Hit im Garten

Vielseitige Brombeere

Die leckeren Brombeeren (Rubus sectio Rubus), aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae)verfügen über allerhand Talente. Durch gesunde Inhaltsstoffe sind die delikaten Beeren für unsere Ernährung ein Gewinn. In der Küche verwandelt sich die Brombeere in schmackhafte Marmelade. Im Garten fällt sie vor allem durch ihre Robustheit und unproblematischen Anbau auf.

Welche Zuchtart: Die Brombeere ist beliebt und hat sich bei Hobbygärtnern zu einem echten Gartenhit entwickelt. Bei der Kultivierung kommt es auf die richtige Züchtungsart der Brombeeren an. Besonders stachellose Brombeersorten haben sich in heimischen Gärten etabliert.

Es kommt auf den Boden an: Die Beständigkeit der Brombeere ist beeindruckend da Sie mit vielen Bodenbedingungen harmoniert. Insbesondere sind die Bodenbestandteile für ein gesundes Wachstum sowie einen optimalen Ernteertrag von maßgeblicher Bedeutung. Ein gut belüftetes Erdreich versorgt die Wurzel der Brombeerpflanze mit notwendigem Sauerstoff. Damit die Wurzel ihrer Funktion als Nährstoff- und Flüssigkeit aufnehmendes Organ, gerecht werden kann, muss der Erdboden gut durchlässig und aufgelockert sein.

Zur Abdeckung Ihrer Nährstoffansprüche braucht die Brombeere nahrhaften Humus und ausreichend Feuchtigkeit im Erdbodenreich. Humus erhöht die Bodenfruchtbarkeit und fördert die biologische Bodenaktivität. Zu den wenigen Bedürfnissen der Brombeerpflanze zählt außerdem eine sonnige bis halbschattige Standortlage. Trotz Ihrer Widerstandsfähigkeit reagieren Brombeerpflanzen auf angestautes Wasser äußerst empfindlich. Bilden sich kleine Wasserlachen auf der Erdoberfläche ist das ein sicheres Anzeichen für eine vorliegend mangelnde Bodenkonsistenz. Mit der Beimischung von Sand- und Humuszugaben kann die Durchlässigkeit des Erdbodens optimiert und unerwünschter Staunässe vorgebeugt werden.

Der richtige Pflanzzeitpunkt: Die Vorbereitungen für die spätere Ernte beginnen im Frühjahr. Sobald kein Bodenfrost mehr zu erwarten ist, werden die Brombeerpflanzen in Einzelreihen mit einem Regelabstand von 1,5 m zwischen den Pflanzen kultiviert. Das Pflanzloch muss auf die Größe des Wurzelballens abgestimmt sein, damit das Wurzelwerk vollständig im fruchtbarem Erdreich gebettet ist. Brombeeren sind hauptsächlich als Topfballenpflanzen erhältlich. Achten Sie beim Herausnehmen der Pflanzen auf eine behutsame Vorgehensweise, da sonst das Wurzelwerk beschädigt werden könnte.

Rankgewächse: Bei rankenden Brombeerpflanzen kann das Wuchsverhalten schnell unkontrollierbare Ausmaße annehmen. Eine vergitterte Holzkonstruktion, kann als Kletterhilfe Abhilfe schaffen.

Wann wird geerntet: Die Erntezeit von Brombeeren erstreckt sich von Juli bis in den Oktober hinein.

Rückschnitt: Das kräftige Wachstum der Brombeerpflanzen kann
durch einen regelmäßigen Frühjahrspflegeschnitt im kontrollierbarem Maßstab gehalten werden.

Der Sanddorn liefert die Farbe des Herbstes

Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides)aus der Familie der Ölweidengewächse (Elaeagnaceae)lässt neben seiner Eigenschaft als vitaminreiche Nutzpflanze auch optisch keinerlei Wünsche offen. Die orange Färbung seiner ovalen Früchte signalisiert den vorwiegenden Herbstton, der in Freude und Lebhaftigkeit erstrahlt. Auch im Frühling triumphiert der Sanddorn mit seinen vor Frohsinn anmutenden gelben Blüten.

In der Kultivierung zeigt sich der Sanddorn abgesehen von seinem enormen Platzbedarf von der pflegeleichten Seite. Der Sanddorn bevorzugt keinen schattigen Standort da das seinen Früchteertrag deutlich herabmindern würde. Nur in sonniger Lage ist die Fruchtentwicklung von sichtbarem Erfolg geprägt. Eine besondere Eigenschaft des Sanddorns ist seine zweihäusige Veranlagung, die zur Befruchtung der weiblichen Pflanzen einen männlichen Pollengeber notwendig macht. Die Früchte entwickeln sich ausschließlich an weiblichen Pflanzen, deren Pollenbefruchtung durch die Kraft des Windes ermöglicht wird.

Der Sanddorn ist mit Widerstandsfähigkeit und einer Resistenz gegen Trockenheit gut gewappnet. Raue Klimabedingungen in freier Wildbahn haben den robusten Sanddorn abgehärtet. Dennoch sollte er an besonders hitzigen Tagen gegossen werden. Er benötigt kaum nährstoffreichem Boden lediglich ein schwerfälliger Lehmböden, der zu Staunäße neigt, wird ihm zur Last. Eine derart mangelnde Bodenkonsistenz trifft bei fast jeder Pflanze auf Unverständnis. Die Bodendurchlässigkeit kann mit der Einarbeitung von Sandzugaben optimiert werden.

Das zweihäusige Naturell des Sanddorns macht eine größere Anbaufläche erforderlich. Bereits das Wurzelwerk des kompakten Strauchs bildet ein tiefliegendes weit verzweigtes System. Die ansehnliche Wuchserwartung von maximal 5 m lässt kaum einen Zweifel an der Imposanz des Sanddorns offen. Die vitaminreichen Früchte können von Anfang bis Ende September geerntet werden.

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