Grünes Heupferd, große Heuschrecke

Großes, grünes Heupferd, Riesenheuchschrecke

Einen besonderen Garten haben wir – wir legen sehr viel Wert auf eine naturnahe Bepflanzung und Bewirtschaftung. Aufgrund der Natürlichkeit begegnen wir immer häufiger ungewöhnlichen Tieren, wie auch in diesem Fall. Ein rund 8 cm langer, grasgrüner und flugfähiger Grashüpfer, der erst einmal an fliegende Wanderheuschrecken erinnert, wie wir es aus der USA kennen.

Die Entdeckung: Es handelt sich um ein „Grünes Heupferd“ aus dem Mittelmeerraum!

Die Klimaerwärmung hat uns ja bereits das Taubenschwänzchen und andere Gesellen aus dem Mittelmeerraum näher gebracht, nun findet das Grüne Heupferd in den bayrischen Gefilden nun wohl auch seinen Platz.

Das Insekt erinnert an eine überdimensionale Grille, sieht auch wie eine Heuschrecke aus, jedoch ist die Größe des Tieres tatsächlich beindruckend, verglichen mit heimischen Heuschreckenarten.

Großes, grünes Heupferd, RiesenheuchschreckeDas Grüne Heupferd ist meist nur in sehr naturnahen, biologischen Gärten anzutreffen, laut NABU, wie wir ihn auch seit 5 Jahren betreiben. Auf intensiv bewirtschafteten Feldern und in Monokulturen trifft man das Grüne Heupferd kaum an, denn es schätzt eine abwechslungsreiche Vegetation, die rund 30 cm hoch und windgeschütze, warme Plätze bieten sollte.

Interessanterweise ist das „Große Grüne Heupferd“, wie es auch genannt wird, nicht nur nacht-, sondern auch tagaktiv. Es erwacht ab dem frühen Nachmittag und zirpt bis in die Nacht hinein. Wobei der Gesang ausschließlich von den männlichen Heupferden erzeugt wird und bis zu 100 Meter weit hörbar ist. Dadurch sollen weibliche Interessenten angelockt und zur Paarung verführt werden. Hat dies geklappt, legt das Weibchen rund 200 bis 600 in den Boden. Die Larven sind vielen Entwicklungsstadien unterworfen und es kann bis zu 5 Jahren dauern, bis sich aus einem Ei ein fertiges grünes Heupferd erlangt hat.

Die wichtigsten Fakten zum Großen, Grünen Heupferd:

  • Meist leuchtend grün, in seltenen Fällen auch leicht gelblich
  • Größe zwischen 3 und 5 cm, in seltenen Fällen auch durchaus größer
  • Das Heupferd ernährt sich überwiegend von Insekten; Larven, Würmer, kranke Insekten.
  • Daher ist es als Nützling einzustufen
  • Ausschließlich die Männchen zirpen, dies ist 50 bis 100 Meter weit zu hören
  • Von der Eiablage bis zur vollständigen Ausreifung eines Heupferdes kann es bis zu 5 Jahre dauern
  • Heupferde fühlen sich in naturnahen Arealen wohl
  • Andere Namen für das Grüne Heupferd sind: Tettigonia viridissima, Großes Heupferd, Großes Grünes Heupferd
  • Sie gehört zur Familie der Langfühlerschrecken

Gesang des Grünen Heupferdes

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Über Tamara Reinisch 222 Artikel
Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Flora und Fauna.

3 Kommentare

  1. 1.7.2018
    Mein Kater hat gerade eine grüne Heuschrecke von 8-10cm gefressen – ich konnte sie nicht retten.
    Die Größe hatte ich bisher noch nicht hier gesehen und freue mich, diesen Artikel von Ihnen gefundenzu haben. Vielleicht interessiert es Sie ja, daß der Hüpfer es nun bis nach NRW geschafft hat?
    Es ist in der Tat so, daß ich, vor zwei Jahren hier eingezogen, den Garten absolut „naturnah“ gestalte: insekten- und vogelnährende Gewächse, keine Chemie (nicht mal mehr Schneckenkorn von Neudorff; Glühwürmchenlarven fressen Schnecken und deren Eier!)…und das Ergebnis läßt sich sehen: dreifache Anzahl an Vögeln, unzählige Insekten, zwei Igel haben sich einquartiert, -zig Glühwürmchen dieses Jahr, an einem Tag etwa 20 Kohlweißlinge, zehn Tagpfauenaugen,zwei Zitronenfalter, zwei Kleine Füchse und mehrere mir unbekannte Falter und nun ein großer Grashüpfer.
    Ich hoffe, er war nicht alleine da, und es überleben einige trotz meiner Katzen.
    Gruß, B.Berghaus

  2. Hallo Bettina, schade um den Grashüpfer, klar 😉 (geht mir auch immer so) – aber inzwischen sind die großen, tollen Grashüpfer aus dem Mittelmeerländern hier offensichtlich weit verbreitet und fühlen sich in naturnahen Gärten wohl! Danke für Deine spannende Info … und Grüße an Deinen sehr aktiven Stubenkater! Und toll, dass Du einen naturnahen Garten hast! Was hast Du denn gepflanzt? Bienen- und Insektenpflanzen? Laß uns teilhaben! Falls Du Lust hast, schicke doch mal Bilder – ich stelle sie gerne online! Grüße Tamara – aus Bayern gartenzeitung at gmx.de

  3. Hallo zusammen
    Auch in der Großstadt ist diese Heuschreckenart angekommen.
    Meine Tochter bat mich gerade völlig aufgelöst in ihr Zimmer, dort sei ein Riesengrashüpfer. Ich dachte, sie übertreibt, aber tatsächlich, dieses Tier war etwa 8 cm groß. Wir haben es vorsichtig gefangen und wieder in den Garten gesetzt. Besonders naturnah wohnen wir nicht. Etwa 6 km entfernt von der Dortmunder City in einem Vorort….

    Bin auf weitere Kommentare gespannt.
    Liebe Grüße

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