Krankheiten und Ungeziefer

Teil 1: Nützlinge gegen Blattläuse einsetzen

Natürliche Feinde der Blattläuse

Kleine, meist grünlich aussehende, saugende Blattläuse, halten sich besonders an den Blattunterseiten und an den Knospen von Pflanzen auf. Zwischen den Zellen hindurch erreichen sie mit ihren Stechrüsseln, die Leitungsbahnen der Pflanzen, wo sie den Pflanzensaft aufnehmen. Auf der Blattunterseite der befallenen Pflanzen bildet sich ein klebriger Belag, die Blätter verfärben sich, kräuseln oder rollen sich zusammen, die Triebe verkümmern.

Blattläuse gelten nicht selten als bedeutende Schädlinge in der Landwirtschaft, denn die massive Honigtau-Produktion begünstigt die Ansiedlung von Rußtaupilzen.

Es ist sehr schwierig gegen die Blattläuse etwas zu unternehmen, wenn sie sich bereits 100.000-fach vermehrt haben. Am einfachsten ist es im Anfangsstadium, deshalb ist auch gerade im Frühjahr mit Blattlausbefall zu rechnen, jedoch sollte nicht versäumt werden, das ganze Jahr über seine Pflanzen genau zu beobachten. Es gibt verschiedene Mittel gegen Blattlausbefall vorzubeugen, oder auch im akuten Fall etwas dagegen zu tun.

Dazu sollte man wissen, dass durch das warme und trockene Wetter im Frühjahr sich Blattläuse epidemieartig vermehren, wobei die Entwicklungszeit der Blattlaus 7-14 Tage beträgt und die Lebenserwartung bei nur wenigen Wochen liegt.

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Blattläuse können auf vielfältigste Art und Weise auch biologisch bekämpft werden.

Gallmücken gegen Blattläuse

Viele Gartenbesitzer kennen die orange-roten, ca. zwei Millimeter großen Larven der Gallmücke, die häufig in der Nähe von Blattlauskolonien zu finden ist.

Gallmücken verbringen fast ihr ganzes Leben im Larvenstadium und werden deshalb auch teilweise zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Die räuberisch lebenden Larven stechen die Blattläuse an, lähmen sie mit einem Gift und saugen sie aus. Voll entwickelten Insekten selbst, leben nur kurze Zeit und nehmen kaum Nahrung auf.

Schlupfwespen gegen Blattläuse

Nicht nur die Larven der Schlupfwespe sondern auch einige Schlupfwespenarten, ernähren sich von anderen Insekten. So wird die Vermehrung von Blattläusen nicht nur von den Larven der Schlupfwespen eingeschränkt, sondern zusätzlich auch von den Schlupfwespen selbst, die Blattläuse anzapfen, um den Körpersaft der Blattläuse aufzusaugen. Ein einzelnes Schlupfwespenweibchen kann über 500 Blattläuse in wenigen Tagen vernichten.

So ist z.B. die Aphidius colemani eine Blattlausschlupfwespe, mit der diverse Blattlausarten wirksam bekämpft werden können.

Blumenwanzen gegen Blattläuse

Blattlaustrauben an einem RosenzweigGerade erwachsene Blumenwanzen sind besonders für Gärtner interessant, da diese überwintern. Und sobald die Blumenwanze zu Beginn des Frühjahrs ausgehungert ihre Verstecke verlassen, da alle Fettreserven aufgebraucht sind, beginnen sie sofort zu jagen und vor allen Blattläuse und Milben anzugreifen. Da diese zu dem Zeitpunkt noch nicht so zahlreich vertreten sind lassen sie sich leicht eindämmen. Auf Obstbäumen sind die Wanzen besonders nützlich, da sie dort Blattläuse, Schildläuse, Blattflöhe, Thripse, Zwergzikaden und Milben bekämpfen.

Bei Interesse sollten Gärtner, den Tieren ein Jagdrevier schaffen, in dem sie am Fuß einer Hecke einen Streifen mit Wildwuchs stehen lassen und nur alle zwei Jahre zur Hälfte mähen.

Da Wanzen stechen können, sollte man sie nicht mit der bloßen Hand anfassen.

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Marienkäfer gegen Blattläuse

Der 7-Punkt Marienkäfer zählt ebenso wie die Gallmücke, die Schwebfliege, oder die Florfliege zu den natürlichen Feinden der Blattläuse. Im Laufe ihres Lebens vertilgen die Larven und erwachsene Tiere große Mengen an Blattläusen. Ist die Menge der Blattläuse höher als das was der Marienkäfer vertilgen kann, tötet der Käfer trotzdem mehr davon, als sie tatsächlich fressen. Ein erwachsener Käfer vertilgt in Leben mehrere tausend Blattläuse. – Eine Larve schafft es immerhin auf bis zu 500 Blattläuse in zwei bis drei Wochen.

Um Marienkäfer im Garten zu halten, sollte in einer geschützten Gartenecke der Wildwuchs stehen bleiben. Besonders Brennnesseln, wo ausreichend Blattläuse zu finden sind, haben es den Marienkäfer angetan.

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Der Asiatische Harlekin-Marienkäfer (Harmonia axyridis) wurde nach Europa eingeführt, um in Treibhäusern auf Blattlausjagd zu gehen. Er zeichnet sich nicht nur durch seinen besoders großen Appetit aus, sondern auch durch seine Vermehrungsfreude!

Florfliegen gegen Blattläuse

Die Larve der grünen Florfliege (Chrysoperla carnea) vertilgt während ihrer zwei- bis dreiwöchigen Entwicklungszeit bis zu 500 Blattläuse, was ihr auch den Beinamen „Blattlauslöwe” eingebracht hat. Erwachsene Florfliegen ernähren sich nur noch selten von Blattläusen eher von Pollen und Honigtau und benötigen deshalb blühende Pflanzen als Nahrungsquelle.

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Florfliege überwintert in Wohnungen, Dachböden, Scheunen und Schuppen und wenn man auf die nützlichen Insekten im Frühjahr zurückgreifen möchte, sollten Interessierte ihnen ein Überwinterungsquartier einrichten und auf Insektizide verzichten.

→ Tipp: Die oben genannten Nützlinge und andere Arten werden speziell für die biologische Schädlingsbekämpfung gezüchtet und sind bei entsprechenden Anbietern und im Handel erhältlich.

Ebenso nutzen verschiedene Insekten wie Ameisen, Wespen, Hummeln und Hornissen den ausgeschiedenen Honigtau von den Blattläusen als Nahrungsquelle. Gerade die Ameisen unterstützen Blattläuse sogar bei der Ausbreitung. Deshalb sollte auch gleichzeitig dem Ameisenbefall entgegengewirkt werden!

Lesen Sie auch unseren Teil 2: Hausmittel und chemische Produkte gegen den Blattlausbefall!

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