Ungeliebte Nützlinge – Wespen

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Sommerzeit – Wespenzeit!

Wer hält sich in der Sommerzeit nicht gerne draußen auf? Gemütlich auf der Terrasse oder dem Balkon frühstücken oder mit Freunden am Nachmittag gemeinsam Kaffee trinken. Doch gerade süße Getränke, Kuchen, Eis und andere Lebensmittel ziehen Wespen magisch an. Ähnlich verhält es sich auch bei Obstbäumen im Garten. Hier umfliegen oftmals Massen von Wespen den Baum.

Schädlinge; Lästlinge oder Nützlinge?

Es gibt einige hundert Wespenarten in Deutschland. In der Regel sind es aber die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, die wir am meisten fürchten oder als störend empfinden. Sie gehören zu den häufigsten Wespenarten Mitteleuropas.

Zwar produzieren Wespen keinen Honig, wie die fleißigen Bienen, aber sie erfüllen ebenso einige wichtige Funktionen für das ökologische Gleichgewicht.

  • Wie das Bestäuben von Wildpflanzen, Blüten und Obstbäumen. Wie die Bienen übernehmen Wespen beim Besuch von Blüten die wichtige Arbeit der Bestäubung. Und im Gegensatz zu den beliebteren Bienen bestäuben Wespen auch bei kühlem Wetter oder Wind und Regen.
  • Die Wespe bekämpft auf natürliche Weise allerlei Schädlinge im Garten, wie Blattläuse, Fliegen, Heuschrecken.
  • Sie dienen als Nahrungsmittel für andere Tierarten.
  • Wespen sind auch im Wald Schädlingsbekämpfer und sorgen für die Regulierung des Bestandes an Forstschädlinge und der stetig ansteigenden Insektenpopulationen (z.B. Fliegen, Bremsen).
  • Die Gemeine Wespe verwertet das Holz morscher Bäume, indem sie den Zersetzungsprozess des toten Waldbestandes beschleunigt.
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Wespen lieben reifes Obst! Wer Trauben, Äpfel, Zwetschgen oder überreife Birnen im Garten hat, wird nicht lange auf Wespenkolonien warten müssen!

Bienen und Wespen stehen unter Naturschutz

Grundsätzlich unterliegen alle wild lebenden Tiere, dem allgemeinen Schutz des Gesetzes. § 39 Abs. Nr. 1 BNatSchG.
Im Klartext: Bienen als auch Wespen stehen unter Naturschutz.

Was bedeutet das genau?

→ Das bedeutet: Diese Tiere dürfen nicht mutwillig oder ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden. Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt eine Bekämpfung nur in Ausnahmefällen.

Hierunter fällt auch die Entfernung eines Wespennestes. Geldstrafen im vierstelligen Bereich sind fällig bei Missachtung der Gesetze.
Der „Umzug“ eines Staates oder seine Vernichtung sind gesetzlich nur erlaubt, wenn dafür ein sachlicher Grund vorliegt.

Gründe zur Umsiedelung von Wespen

Verallgemeinert ist ein Wespennest in kurzer Entfernung zur eigenen Wohnung, Haus, Büro oder eines Gastronomiebetriebs noch kein entsprechender Grund.

Ausnahmefälle sind:

  • kleine Kinder im Haus  oder Wohnung
  • Allergiker, bei denen ein Wespenstich tödlich enden könnte
  • andere Tiere, die durch die Wespen bedroht werden.

Nur in den o. g. Ausnahmefällen ist das Entfernen eines Wespennestes bzw. das Umsiedeln oder das Töten zulässig.

Übrigens: Neben Wespen stehen auch Hornissen unter Naturschutz.

Entfernen eines Wespennests

Wespen findet man an verschiedenen Orten. Am liebsten bauen sie ihre Nester an dunklen und verborgenen Plätzen, wie Dachböden, Löcher und Ritze im Mauerwerk oder andere lichtarme Plätze wie Rollladenkästen.
Wobei es nicht ungewöhnlich ist, dass ein Volk auf eine Größe von mehr als 3.000 Wespen anwächst, was schon sehr beängstigend sein kann.

Wann oder ob überhaupt eine Umsiedlung eines Wespennestes in Frage kommt, muss durch einen Fachmann oder Spezialisten geklärt werden.

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Ein kleines Wepsennest. Ohne Volk und nicht mehr bewohnt.

Wer kann weiterhelfen?

  •  Örtliche Feuerwehr (nur wenn akute Gefahr droht)
  •  Imker
  •  Schädlingsbekämpfer
  •  Gemeinde- oder Stadtverwaltung

Vor dem eigenmächtigen Entfernen eines Wespennestes ist dringend abzuraten, da die Tiere sehr aggressiv reagieren, wenn sich jemand dem Nest nähert.

Bei einer mutwilligen Zerstörung, Ausräucherung oder dem Einsatz von Gift gegen das Nest kann eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro ausgesprochen werden.

Unüblich ist eine Geldbuße, wenn ein einzelnes Tier in Notwehr getötet wurde, weil es beispielsweise gestochen hat.

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Vor Wespen schützen

  • Nahrungsmittel im Freien immer abdecken
  • Süß riechende Parfüms und Cremes vermeiden
  • Farbefrohe Kleidung lockt Wespen an
  • Fallobst schnellstmöglich beseitigen
  • Mund und Hände nach dem Verzehr von Süßigkeiten gut abwaschen
  • Keine Essensreste liegen lassen

Ablenkung für Wespen

Setzen Sie auf Ablenkung und halten sich Wespen auf sicherem Abstand.
Hierfür einfach halb vergorene Trauben an einem weitabgelegen Platz anbieten. Die süßen Leckereien sorgen dafür, dass die Tiere den Sitzplätzen im Garten fernbleiben.

Wespenfalle selbst gemacht

Tierfreundliche Wespenfalle:

Eine Plastikflasche mit süßer Flüssigkeit befüllen. Dieser lockt die zuckerliebenden Insekten an. Die gefangenen Tiere sollten an einer anderen Stelle wieder in die Freiheit entlassen werden.

Zur Beachtung:

  • Bewahren Sie Ruhe und machen Sie keine heftigen Bewegungen, sollte eine Wespe sie besonders interessant finden.
  • Auf keinen Fall nach den Tieren schlagen oder anpusten.
  • Wespen stechen erst, wenn sie sich bedroht fühlen.
  • Wer ruhig bleibt, hat meistens nichts zu befürchten.

Aber VORSICHT:

Eine Wespe ist deutlich angriffslustiger als eine Biene, wenn sie sich von ihrem Futterplatz verdrängt fühlt.

Erste Hilfe

Sollte es dennoch einmal zu einem Wespenstich kommen, können ein kühlenden feuchter Umschlag, eine halbe Zwiebel oder ein Kühl-Akku helfen die Schmerzen zu lindern.

Bei einem Stich in der Kopf-Halsgegend sollte rasch ein Arzt aufgesucht werden, da es durch die Schwellung zu einer Verengung der Atemwege kommen kann. Nach Verschlucken einer Biene oder Wespe muss auf alle Fälle ein Notarzt gerufen werdenTelefon 112.

Über Ellen Hofmann-Straub 74 Artikel
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