Gartenwissen

Gute Gründe für einen pflanzlichen Sichtschutz

Sie kennen vielleicht das unangenehme Gefühl, im eigenen Garten wie auf dem Präsentierteller zu sitzen. Sei es beim Lesen auf der Terrasse, beim Arbeiten im Garten oder beim Sonnenbad auf einem Liegestuhl. Allein das Gefühl ist unangenehm, selbst wenn gar niemand guckt.

Noch schlimmer wird es, wenn Sie von jedem vorbeilaufenden Nachbarn freundlich gegrüßt und angesprochen werden oder Ihnen seltsame Kommentare zugerufen werden, die lustig sein sollen. Jeder Mensch braucht seine Ruhe und Erholung und genau dafür haben Sie einen Garten – richtig? Richtig.

Ein Sichtschutz ist also unerlässlich, will aber auch gut geplant werden. Deshalb zeigen wir Ihnen hier zwei Alternativen auf. Wofür wir sind, ist vermutlich klar, doch vielleicht überzeugen unsere guten Gründe für einen pflanzlichen Sichtschutz auch Sie:

Die Alternativen

Die länger dauernde Lösung Ihres Problems ist die Pflanzung von Heckenpflanzen entlang Ihrer Grundstücksgrenze. Dagegen kann kein Nachbar etwas haben. Sollten Sie bereits eine niedrige Zaunabgrenzung haben, kann diese stehenbleiben. Sie müssen lediglich beispielsweise Koniferen kaufen, diese einpflanzen und fachgerecht hegen und pflegen.

Die meisten Gartenbesitzer wählen immergrüne Heckenpflanzen wie Lebensbäume, Eiben, Scheinzypressen oder auch Kirschlorbeer. Wenn Sie zum Beispiel als Heckenpflanze den Lebensbaum Thuja Brabant kaufen, erhalten Sie diese Pflanzen vorgezogen bereits in einer Höhe von 180 – 200 cm. Damit hat sich Ihr Sichtschutzproblem schnell gelöst!

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Je größer die gekaufte Thujapflanze, desto schnell ist ein guter Sichtschutz gewährleistet!

Koniferenhecken gelten als sehr pflegeleicht. Dennoch sollten auch sie regelmäßig geschnitten werden. Der Vorteil einer Koniferenhecke ist, dass Sie die Pflanzen – wie erwähnt – bereits sehr hoch und gleichzeitig dicht gewachsen bekommen können.

Andere immergrüne Heckenpflanzen werden auch hoch vorgezogen, weisen aber leider oft nur wenige Seitentriebe auf, sodass der blickdichte Sichtschutz auf sich warten lässt. Richtig gesetzt wird aus den vorgezogenen Thujen schnell eine dicke, blickdichte und immergrüne Hecke, die Sie zudem vor Wind schützt.

Der Wind kann dennoch in Ihrem Garten weiterhin zirkulieren. Eine immergrüne Hecke ist einfach ein schöner Anblick für den Gartenbesitzer und ein natürlicher Lebensraum für alle Gartentiere.

Weitere Vorteile eines pflanzlichen Sichtschutzes:

  • Sie können eine Hecke aus verschiedenen Heckenpflanzen mischen
  • die Pflanzen können auch versetzt eingepflanzt werden, was die Hecke optisch auflockert
  • Betonarbeiten sind nicht notwendig
  • die Heckenpflanzen können jederzeit problemlos ausgetauscht werden
  • das Schneiden einer Hecke kostet weniger Zeit als das Streichen eines Zauns
  • der Gesamteindruck des Gartens bleibt natürlicher.

Die schnelle Lösung für einen funktionierenden Sichtschutz in Ihrem Garten wäre ein hoher Gartenzaun, der am besten gleich das gesamte Grundstück umläuft. Doch wäre dies auch die beste Lösung?

Mal abgesehen davon, dass Sie einen Zaun finden müssten, der Ihnen wirklich gefällt, brauchen Sie auch jemanden, der die Pfosten fachgerecht einsetzt und verankert. Das allein verursacht eine Menge Kosten. Ein weiterer Knackpunkt ist, dass Sie eventuell – je nach Bauvorschrift an Ihrem Wohnort oder Bundesland – eine Genehmigung der Gemeinde benötigen.

Zudem muss Ihr Nachbar in den meisten Orten zustimmen, da ein Zaun wie eine Grenzbebauung gesehen werden kann. Die Vorschriften sind überall unterschiedlich, deshalb informieren Sie sich vor dem Kauf eines Zauns gründlich.

Gleiches gilt auch, wenn Sie beispielsweise einen Gartenschuppen oder ein Carport, der Ihnen zusätzlich als Sichtschutz dient, direkt auf die Grenze zum Nachbargrundstück bauen möchten.

Die Nachteile der Gartenzäune, die wirklichen Sichtschutz bieten, sind:

  • Sie grenzen ihre eigene Sicht ein, denn auch Sie gucken stets auf den Zaun
  • der Zaun muss hoch genug sein, sodass auch große Menschen nicht in den Garten sehen können
  • der Zaun muss wirklich blickdicht sein
  • der Garten wird durch den Zaun weniger Licht bekommen
  • der Wind kann schlechter zirkulieren
  • die Bepflanzung der verschiedenen Gartenbereiche könnte schwieriger werden.

Ihre Entscheidung

Letzten Endes ist es Ihre Entscheidung, ob Sie lieber einen pflanzlichen Sichtschutz haben möchten oder einen Zaun. Bedenken Sie, dass jede Pflanze Sauerstoff liefert und CO2 aufnimmt. Das verbessert nicht nur die Luft in Ihrem Garten, sondern hilft auch der Tierwelt in Ihrem Garten.

Außerdem macht jede neu gepflanzte Pflanze die Welt wieder ein kleines Stückchen grüner und schöner. Dennoch kommt es darauf an, was Sie wollen und womit Sie sich in Ihrem Garten wohlfühlen.

Wofür entscheiden Sie sich?

☝ Titelbild: Bild von 👀 Mabel Amber, who will one day auf Pixabay

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