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Das Hochbeet – eine naturbewusste Beetgestaltung

Ein Hochbeet, was ist das?

Mit dem Frühlingserwachen beginnt die ideale Zeit für alle Gartenliebhaber. Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen bringen die Lust am Gärtnern so richtig in Gang. Eifrige Hobbygärtner verbringen nun ihre Zeit damit, die Grundlagen für schön angelegte ebenerdige Beetanlagen zu schaffen. Eine Variante der klassischen Beetanlagen ist das Hochbeet. Bei naturbewussten Hobbygärtnern genießt diese Art der Beetgestaltung besondere Beliebtheit.

Anders als bei herkömmlichen Gartenbeeten wird ein Hochbeet nicht ebenerdig angelegt, sondern erhebt sich über das übliche Maß hinaus. Ein Hochbeet ist eine höher gestellte Konstruktion aus naturbelassenem Holz, Blech, Naturstein oder Plastik vorwiegend für Nutz und Beet pflanzen. Gründe für die Verwendung eines Hochbeets sind nährstoffarme Gartenböden oder beengte Platzverhältnisse. Hobbygärtner machen sich das Hochbeet gerne für den ökologischen Gartenanbau zu nutze.Hochbeet aus Holz / Quelle: shutterstock.com

Der perfekte Kompostplatz: die Befüllung

Das Hochbeet dient der natürlichen und optimalen Verwertung von Gartenabfällen. Echte Hobbygärtner betreiben Eigenkompostierung und befüllen die erhöhte Anbaufläche schichtweise mit verschiedenen Grünabfällen. Die Kompostierung begünstigt einen biologischen Prozess, sogenannte Umwandlungsstufen aus der sich die nutzbare Humusschicht und ein Nährstoffreichtum für die Nutz- und Beetpflanzen entwickeln.

Innerhalb des Beetes sorgen Mikroorganismen und sonstige Bodenlebewesen für einen aktiven Nährstoffkreislauf. Zudem wird durch den Zersetzungsprozess des organischen Materials Wärme erzeugt, der das Pflanzenwachstum ermöglicht. Mit der ökologischen Kompostierung wird ein vollwertigen Dünger erzeugt, der den Einsatz zusätzlicher Düngepräparate unnötig oder nur im äußerst geringen Maße erforderlich macht.

Hochbeet aus Holzbohlen

Das ökologische Schichtsystem eines Hochbeets gewährleistet eine gute Bodenqualität, die sich besonders bei schlechter Bodenbeschaffenheit im Garten bewährt. Um erwünschte tierische Mitbewohner fernzuhalten wird der Boden mit einem Drahtgeflecht ausgelegt. Darauf werden Gehölz- und Grünabschnitte verteilt, die als Drainage dienen zum Schutz vor Schädigung der Ertragsfähigkeit. Die zweite Schicht besteht aus Grasnarben, ein Bewuchs der aus Gräsern und Kräutern besteht, Laub, Sträucherabschnitte und Gartenabfällen. Die dritte Schicht besteht aus halbgaren Kompost und zu guter letzt wird eine Schicht bestehend aus Kompost mit beigemischter Erde hinzugefügt.

Auch ein Hochbeet muss gepflegt werden

Der Kompostierungsprozess bewirkt das der Inhalt des Hochbeetes langsam verrottet, absackt was eine deutliche Volumreduktion zur Folge hat. Dieses Defizit kann gegebenenfalls jährlich mit Zugabe von Wurmerde oder garem Kompost wieder ausgeglichen werden, gleichzeitig wird sichergestellt, dass die Erde durch die Regenwürmer aufgelockert wird.

Für den Hobbygärtner sind die fleißigen Gartenhelfer vorteilhaft, weil Sie ihm auf dem Weg das Umstechen der Erde ersparen. Nach ca.5 -6 Jahren ist ein Komplettaustausch fällig da sämtliche verrotbaren Anteile kompostiert und der Nährstoffkreislauf am Ende ist. Bei sommerlichen Temperaturen trocknet die Erde im Hochbeet schneller aus, daher sollte auf ausreichende Bewässerung geachtet werden.

Die Bepflanzung richtig anwenden

In den ersten 2 Jahren ist der Nährstoffgehalt besonders hoch und bietet ein reichhaltiges Angebot für ihre Zöglinge. Starkzehrende Gemüsesorten sind in der Aufzucht anspruchsvoll und haben einen üppigen Nährstoffbedarf. Für die Erstbepflanzung eigenen sich unterschiedliche Kohlarten, Tomaten Lauch und Kohlrabi als Mischkultur besonders gut.

Ab dem dritten Jahr nimmt der organisch gebundene Stickstoff im Kompostmaterial zunehmend ab. Demzufolge ist es ratsam keine Starkzeher mehr anzubauen, sondern genügsameren Gemüsepflanzen wie Petersilie und Radieschen oder anderen mittel zehrenden Gemüsearten den Vorzug zu geben.

Im vierten Jahr entwickeln sich Erbsen und Salate prächtig. Das innere Kompostierungsverfahren neigt sich im fünften Jahr langsam den Ende zu. Der biologische Prozess bewirkt beim Kompostmaterial keine großen Veränderungen mehr. Das Material ist von gleicher Beschaffenheit und bemerkenswerter Qualität. Die Anbauplanung sieht jetzt die Bepflanzung von schwachzehrenden Gemüsepflanzen vor.Hochbeet auf einer Dachterrasse / shutterstock.com

Tipps für die Errichtung eines Hochbeets

Für die Errichtung eines Hochbeets kann man auf fertige Bausätze zurückgreifen oder mit etwas handwerklichem Geschick selber zur Bauanleitung übergehen.

Wichtig hierfür ist:

  • Die richtige Wahl des Standorts in waagerechter Lage da die Wände gerade sein müssen
  • Gleichmäßiges Sonnenlicht in sonniger Nord-Süd-Ausrichtung
  • Das Höhenverhältnis beachten damit das Arbeiten komfortabel bleibt. Die ideale Höhe beträgt bei einem Hochbeet 80 – 120 cm
  • Das Hochbeet sollte keine Überbreite haben, damit es von beiden Seiten gut erreichbar bleibt jedoch in der Konstruktion auch nicht zu schmal gebaut weil Ihre Zöglinge sonst unter Platzmangel leiden.
  • Besteht der Bedarf nach einem beweglichem Hochbeet, kann man es mit Rädern ausstatten, um den Standort zu wechseln.

Für Hochbeete kommen verschiedene Baumaterialien in Frage

  • Empfehlenswert sind starke Holzbohlen
  • Die richtige Holzwahl ist entscheidend um den Anforderungen im Freien gerecht zu werden. Witterungsbeständiges Holz wie Lärche, Eiche, Douglasie eignen sich hervorragend.
  • Schrauben aus Edelstahl, Vierkant- Holzpfosten
  • Kalksandsteine für das Mauerwerk
  • verzinktes Metall, gilt jedoch als Leiter von Wärme und Kälte dadurch kann sich eventuell der Verrottungsprozess im Hochbeet verzögern.
  • Natursteinstelen und Betonsteine sind teurer aber haltbarer

Die Vorteile eines Hochbeets

  • ökologische Verwertung der Gartenabfälle
  • Richtig angewandte Kompostierung optimiert die Bodenbeschaffenheit
  • Hohe Qualität der Bodensubstrate
  • Natürliche Herstellung eines vollwertigen Düngers
  • Hoher Nährstoffgehalt durch Kompostierungsverfahren
  • Frühe Aussaat und bessere Ernteerträge als bei ebenerdigen Beetanlagen
  • Pflanzenschutzmittel sind unnötig oder nur im geringen Maße erforderlich.
  • Die Gefährdung durch Schädlingsbefall ist geringer und kontrollierbar
  • Wenig Unkraut da sich das Samenpotential am Boden befindet
  • Ergonomische Benutzerfreundlichkeit bedingt durch Arbeitshöhe
  • Eignen sich für Senioren- und behindertengerechte Gärten
  • Enganliegende Bepflanzung verdrängt Unkraut

Das sollte bei einem Hochbeet vermieden werden

      • Keine Nahrungsabfälle, achten Sie auf kompostierbare Materialien
      • Errichten Sie das Hochbeet nicht zu hoch
      • Bauen Sie das Hochbeet weder zu breit noch zu schmal
      • Wählen Sie keinen Standort in zu schattiger Lage
      • Das Hochbeet sollte
        nicht in unebener Lage stehen
      • Nehmen Sie für den Eigenbau kein Holz, das zu schnell verwittert oder rasch von Fäulnis befallen wird.
      • Wählen Sie für den Gemüseanbau kein imprägniertes Holz
      • Ohne die Anbringung eines Drahtgeflechts liefern Sie ihr Hochbeet schutzlos hungrigen Wühlmäusen aus.

Fotoquellen: Hochbeet – Holz, Hochbeet Dachterrasse, Hochbeet aus Holzbohlen – alle von shutterstock.com

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