Grabbepflanzung, Grabgestaltung

Pflanztipps für die Grabstätte

Bodendecker für die Grabstätte

Immergrüne Bodendecker sind ideal für eine Grabstätte. Sie sind pflegeleicht und sorgen für ein harmonisches Bild. Sie dämmen den Unkrautwuchs ein, halten den Boden frisch und verhindern, dass der Grabhügel von Regennässe abgespült wird. Zudem sind sie winterfest und genügsam.

Es gibt Bodendecker für alle Lichtverhältnisse. Sehr gut geeignet für die Flächenbegrünung ist Efeu, Immergrün, Kriechspindel, immergrüne Heckenkirsche oder Sedum. Eindrucksvoll sieht eine Kombination mit anderen Pflanzen aus. Diese besondere Gestaltung ist ideal für größere Grabstätten. Kleine Flächen wirken mit dieser Kombination eher unruhig. Ob Zwerggehölze oder Stauden, das ist Geschmacksache, jedoch sollten sie eine Höhe von 20 cm nicht überschreiten und breitflächig wachsen.

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Efeu als immergrüner Bodendecker auf dem Grab. Pflegeleicht und keine großen Ansprüche an Lage und Lichtverhältnisse.

Für ein einstelliges Wahlgrab werden 15% Rahmenbepflanzung, 50% Bodendecker und 35% Wechselbepflanzung empfohlen. Bei einem zwei- oder mehrstelligen Wahlgrab sollte die Rahmenbepflanzung 25% betragen, die Bodendecker 60% und die Wechselbepflanzung ca. 15%. Das Urnengrab mit Grabzeichen kann zu gleichen Teilen bepflanzt werden.

Stauden und Zwerggehölze

Beide Sorten bilden eine dichte Pflanzendecke. Allerdings sind Stauden pflegeleichter, nicht alle Sorten müssen geschnitten werden, um in Form zu bleiben. Dazu blühen sie noch wundervoll. Gehölze dagegen müssen zwei bis dreimal im Jahr einen Rückschnitt erhalten. Gute Zeitpunkte für den Rückschnitt sind der Sommeranfang, der Sommer und der Herbst.

Grabstätten und Bodendecker
Grabstätten und Bodendecker

Das erste Jahr nach der Bepflanzung der Grabstätte, beschränkt sich der Schnitt auf das Ausgleichen der unterschiedlichen Wuchshöhe. Ab dem zweiten Jahr werden die Bodendecker durch das Stutzen mit einer Heckenschere (große Gräber) oder einer Rosenschere (kleine Gräber) dazu angeregt, sich von der Basis her zu verjüngen. Nach dem Schnitt müssen alle übrig gebliebenen Pflanzenreste von den Bodendeckern sorgsam entfernt werden. Bleiben sie liegen beginnen sie zu faulen.

Ist die Bodendecke gut geschlossen (ca. 1 Jahr) brauchen sie außer dem Schnitt keine aufwendige Pflege mehr. Nur noch die Entfernung der abgestorbenen Blätter ist wichtig. Eine jährliche Grunddüngung im späten Frühjahr ist ausreichend.

Bodendecker pflanzen

Bevor die Grabstätte bepflanzt werden kann, muss die Erde vorher aufgelockert und von Unkraut befreit werden. Für einen guten Anwuchs ist eine Düngung mit Nähstoffdünger sinnvoll. Anschließend wird die Grabfläche sorgsam geglättet, so ist es dann möglich die Lage, die Form des Wechselbeetes und den Standort der Trittsteine auf großen Gräbern zu markieren. Das Pflanzen der Bodendecker sollte erst nach dem Setzen des Bodens geschehen.

Grabbepflanzung Herbst, GrabgesteckDie beste Zeit ist Anfang März bis Mai. Im Herbst ist das Pflanzen zu spät, denn die Pflanzen wachsen bis zum Winter nicht ausreichend ein und überstehen dann die kalte Jahreszeit nicht. Ebenso ist eine Pflanzung im Sommer nicht ratsam, denn Trockenheit und Hitze sind schädlich für die Bodendecker.

Im zweiten Jahr sind sie nicht mehr empfindlich, weil sie durch ihr eigenes Klima unter dem Pflanzenteppich geschützt sind. Eine dichte Pflanzendecke ist abhängig von der Pflanzenart und der Pflanzengröße. Je kleiner sie sind, umso dichter sollten die Bodendecker gepflanzt werden.

Mit jungen und wüchsigen Pflanzen wird eine schnelle Bedeckung der Grabfläche erzielt. Zu dicht bepflanzte Bodendecker bedrängen sich und bei zu weiten Abständen dauert es zu lange, bis eine dichte Decke wächst.

Die beste Lösung ist in jeder zweiten Reihe in die Lücke pflanzen, zwischen den Pflanzen der vorherigen Reihe. Sind die Bodendecker gut angewachsen, steht das Jäten von Unkraut im Vordergrund. Gießen an heißen Tagen ist unbedingt erforderlich, damit die jungen Pflanzen gut wachsen.

Wechselbeet

Das Wechselbeet hebt mit seiner farbigen Blütenfülle die Grabstätte hervor. Je einfacher die Form, desto leichter ist das Nachpflanzen. Überwiegend einjährige Pflanzen werden im Frühjahr, Sommer und Herbst eingesetzt.

Frühjahr: Für das Frühjahr setzen farbenfrohe Pflanzen wundervolle Akzente. Sowie Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Stiefmütterchen, Hornveilchen, Gänseblümchen und Vergissmeinnicht, Ranunkeln und Primeln.

Sommer: Für das Wechselbeet im Sommer gibt es auf dem Markt eine Vielzahl an Pflanzen. Eine individuelle Gestaltung nach Farbe und Form ist bei der großen Auswahl möglich. Besonders geeignet sind Geranien, Fuchsien, Tagetes, Fleißiges Lieschen und Begonien.

Herbst: Der Herbst ist die Zeit der Heidepflanzen. Doch auch Alpenveilchen, Chrysanthemen, die Strauchveronika und Herbstastern geben dem Grab eine stilvolle Ausstrahlung.

Winter: Die Winterzeit ist für Grabpflanzen eine Härteprobe. Dekorative Abdeckungen schützen vor dem Frost. Allerdings sollte auf Wechselbeeten eine Dekoration aus Zweigen und Moosen verwendet werden, denn Bodendecker vertragen keine Abdeckungen. Sie werden zu feucht und fangen an zu faulen.

Die Gestaltung der Wechselbeete ob einfarbig oder ein bunt durchmischtes Strukturbeet ist Geschmacksache. Ebenso kann die Form nach persönlicher Vorliebe gestaltet werden. Leichter zu bepflanzen und zu pflegen sind grafische Formen, wie Rechtecke oder Kreise.

Wechselbeete in Form von Herzen oder Tropfen lassen sich schwer pflegen und sind nach geraumer Zeit kaum noch zu erkennen. Bei der Wahl der Form sollte über die Pflanzen nachgedacht werden.

Feine Formen wie die Spirale kommen wunderbar zur Geltung mit kleinen Pflanzen. Zudem sind diese Formen ein Blickpunkt auf sehr flach wachsenden Bodendecker. Die Spirale kann sich auch in immergrünen Formschnitt Gehölz auf dem Grab wiederholen. Allerdings ist die Pflege aufwendig, denn die Pflanzen müssen mehrmals im Jahr geschnitten werden.

Einfacher als die Spirale sind unterschiedlich farbige Blüten in Form des Grabzeichens.

→ Ständiges Umpflanzen der Bodendecker und der Rahmenbepflanzung sollte vermieden werden, denn das vertragen sie wie alle anderen Pflanzen weniger. Eine genaue Skizze über die Bepflanzung ist sinnvoll. Zu berücksichtigen ist die Endgröße der Pflanzen.

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1 Kommentar

Emmi 10. Juli 2018 at 14:26

Ein befreundeter Steinmetz gibt manchmal Wissen weiter, wenn es darum geht die Bepflanzung für ein Grab zu betreuen. Er meinte, dass Stein und Pflanzen zusammenpassen müssen.

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