Grabstätten im Überblick

Herbstgrab - Grab im Herbst

Für alle Grabarten wie Einzelgräber, Doppelgräber, Rasengräber und Urnengräber wird ein gesondertes Feld zur Verfügung gestellt. In einer Tiefe von 1,80 bis 2,80 werden Särge beigesetzt und Urnen 80 cm tief.

Wahlgrab oder Reihengrab

Einzelgrabstätten werden der Reihe nach belegt. Eine Wahl ist nicht möglich. Das Nutzungsrecht besteht 15 bis 20 Jahre und kann nicht verlängert werden.

Wahlgräber haben ein Nutzungsrecht von über 30 Jahren. Die Lage des Grabes steht zur freien Auswahl.

Die Maße eines Einzel- und Wahlgrabes sind 1, 00 m x 2,00 m. Allerdings ist beim Wahlgrab eine doppeltiefe Belegung möglich (2 Erdbestattungen übereinander) wenn die Friedhofsverwaltung den Antrag genehmigt.

Grab bepflanzen und gestalten

Einzelgrab

Die schmale, längliche Fläche eines Einzelgrabes zu gestalten ist problematischer als eine Doppelgrabstätte.

Hier sollte ein Grabmal gewählt werden, das die schmale Form nicht so sehr betont. Eine Gliederung der Fläche diagonal oder eine Hervorhebung des mittleren Teils lässt die Grabfläche optisch breiter wirken.

Ein geschmackvolles ausgedehntes Gesamtbild wird erreicht, wenn in der Mitte der Grabfläche ein querovales, rautenförmiges oder rundes Beet platziert wird. Hübsch anzusehen ist dann eine Wechselbepflanzung.

Einzelgrab bepflanzen

Höhengliederung

Bei der Grabfläche sollte auf den Höhenaufbau geachtet werden. Der höchste Punkt ist das Grabzeichen. Höherwüchsige Stauden oder Kleinsträucher am besten so anordnen, das eine Umpflanzen mit niedrigen Pflanzen möglich ist.

Zwerggehölze, die asymmetrisch gepflanzt werden, nehmen dem Grabzeichen die Härte.

Immergrüne Gräser oder Bodendecker lassen auch im Winter die Höhengliederung sichtbar werden.

Doppelgrabstätten

Der Fläche einer Doppelgrabstätte bietet bedeutend mehr Platz für die Gestaltung. Dabei kann die Bepflanzung so geplant werden, dass sie eine einheitliche Fläche bildet oder dass beide Grabstätten noch als solche erkennbar bleiben.

Das ca. 6 m² große Doppelgrab ist allerdings schwer zu bepflanzen und zu pflegen, denn es ist nicht von allen Seiten zu erreichen. So ist eine Bepflanzung mit Doppeldecker zu 60% und zu 25% eine Rahmenbepflanzung ideal.

Ein Wechselbeet (Saisonpflanzen) zu 15%  setzt auf dem zweistelligen Grab wundervolle Grabakzente. Außerdem sind Trittsteine (siehe 6. Abschnitt Trittsteine) sinnvoll, damit ein unbeschwerliches Pflegen möglich ist.

Ratsam ist eine erkennbare Flächengliederung. Eine diagonale Teilung mit einem begehbaren Mittelbereich erleichtert die Wechselbepflanzung und die Pflege. Unbepflanzte Abschnitte, die zum Pflanzen benötigt werden, sind die idealen Plätze für Pflanzgefäße mit Saisonblüher.

Höhengliederung

Die Höhengliederung der Grabfläche kann mit Leitgehölzen erreicht werden. Daneben sehen höhere Solitärpflanzen majestätisch aus. Um einen gestuften Übergang zu schaffen, sind flach wachsende Zwerggehölze vor den Solitärpflanzen eine gute Wahl.

Auch passende Natursteine am Fuß des Grabzeichens bilden einen natürlichen Übergang vom aufrechten Stein zur flächigen Bepflanzung.

Kindergrabstätten

Mit dem Tod des Kindes bricht die ganze Welt zusammen. Die Zukunft scheint verloren, hilflos und verzweifelt stehen die Eltern der Situation gegenüber. Die Gedanken das Allerliebste zu beerdigen, geht oft über die Kraft der Eltern. Dennoch müssen die Pflichten erfüllt werden. Ist das Grab fertiggestellt, wird es liebevoll kindlich gestaltet. Denn ihr Kind soll fühlen, das die Liebe über den Tod reicht.

Kinder werden bis zum ersten Lebensjahr in Grabstätten von 1,20 m x 0,75 m bestattet. Manchmal werden Kinder auch in Urnengrabstätten beigesetzt. Ab dem Ersten bis zum fünften Lebensjahr sind Kindergräber 1, 50 m x 0,90 m groß. Und ab dem 6. Lebensjahr sind die Maße der Grabstätten, die gleichen wie bei Erwachsenen.

Kindergrabmahl

Ein Spaziergang auf dem Friedhof führt manchmal an die Grabfelder von Kindern entlang. Zu sehen sind Steinherzen, Bauklötze, bunte Windräder oder Teddys, die in den ersten Monaten, nach dem Tod des Kindes als Grabstein dienen.

Die Trauer wird zwar nie bewältigt, doch irgendwann wird der Wunsch wach, für ihren kleinen Schatz ein individuelles Grabmal anfertigen zu lassen. Grabzeichen für Kinder dürfen noch frei gewählt werden und unterliegen keinen Gestaltungsvorschriften.

Steinmetze bieten besondere Grabmale für Kinder an. Künstlerische Formen und Verzierungen werden in gewissenhafter Handarbeit auf dem Grabstein eingraviert. Die Vorlieben des Kindes werden in langen Gesprächen mit dem Steinmetz besprochen und in den Gedenkstein integriert.

Angeboten wird eine Vielzahl an kindgerechten Grabmalen. Aus Stein mit einem Teddy oder einer Taube. Sie sind platziert auf dem Stein und wachen über das Kind. Auch märchenhafte Steinfiguren, Liegeplatten mit Glasornamenten oder Findlinge mit bunten Ornamenten strahlen eine bestimmte Geborgenheit aus.

Neben einen kunstvoll gefertigten Kindergrabstein werden die Gräber von Kindern kindlich und farbenfroh gestaltet. Blumen mit der Lieblingsfarbe des Kindes pflanzen Eltern nach Jahreszeiten. Kleine heimische Symbolpflanzen wie Gänseblümchen, Vergissmeinnicht, Maiglöckchen, kleines Immergrün, Veilchen und Schlüsselblumen bunt gemischt oder in verschiedenen Mustern gepflanzt sind ebenso wunderschön wie pastellfarbene Pflanzen mit kleinen Blüten und Blättern.

Auch kleinwüchsige Steingartenpflanzen sehen stilvoll aus, z. B. Buchs, Polster-Phlox, Hauswurz, Sand-Thymian und Zwerg-Storchschnabel. Sowie Symbolformen und Farben die Gefühle ausdrücken.

Viele Kindergräber sind heute mit Schutzengel geschmückt. Dieser soll das Kind auf seinen weiteren Weg beschützen. Zudem glauben die Eltern an eine Verbindung durch den Engel zu ihrem Kind.

Friedhöfe – ein Ort mit langer Geschichte

Friedhöfe sind nicht nur ein Ort der letzten Ruhe, sie sind auch ein Teil Kulturgeschichte. An vielen Grabstätten knüpft sich eine Geschichte. Es müssen nicht immer große und bekannte Friedhöfe sein, auch kleine zeigen Kunst und Kultur. Efeu und immergrüne Pflanzen umranken stilvolle Grabsteine. Grabtafeln mit Ornamenten verziert und kunstvoll geschmiedete Kreuze zeigen die Verbundenheit mit dem Verstobenen und mit Gott. Zudem bieten Friedhöfe Platz für Gebete, Gedanken und Tränen.

Ein angemessenes Verhalten auf dem Friedhof ist selbstverständlich und fast jeder Besucher kennt die Friedhofsordnung.

Über Tamara Reinisch 232 Artikel
Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Flora und Fauna.

1 Kommentar

  1. Hallo,
    ein schön übersichtlicher Artikel. Irgendwann werden sich die meisten mit Grabmälern beschäftigen müssen. Wenn man viel Wert auf individualität legt, dann sollte man am besten einen Steinmetz beauftragen, denn die müssen nicht unbedingt für Kindergrabstätten gemacht werden. Ich habe auch schon individuelle Doppelgrabstätten gesehen.

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