Hühnerhaltung im eigenen Garten

Huhn, Hühner, Tiere, Garten, Gartenzeitung.com

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe um sich für die Haltung von Hühnern im Garten zu entscheiden. Angefangen vom Hobby und Liebhaberei der Hühnerhaltung bis über die Verwendung als Nutztier z.B. um mit frischen Eiern oder Fleisch versorgt zu werden.

Egal aus welchem Grund Sie Hühner halten möchten, die wichtigsten Fragen die sich stellen sollten bevor sie sich Hühner anschaffen sind:
“ Bringe ich genügend Zeit und Verantwortung auf um mich genügend um die Tiere zu kümmern?“ oder

„Eignet sich der Platz und das Umfeld für die Hühnerhaltung? (Auslauf, Sicherheit, Nachbarschaft)?“

Sicher ist die Haltung von Hühnern in einer kleinen Gruppe einfacher als die Haltung eines Hundes, dennoch sollte man wie bei jedem anderen Tier regelmäßig mindestens einmal pro Tag prüfen, ob alles in Ordnung ist. Die Tiere sind angewiesen auf frisches Futter und Wasser, sollten Auslauf haben und die Stallreinigung sollte nicht zu kurz kommen.

Huhn, Hühner, Tiere, Garten, Gartenzeitung.com

Rechtliches bei der Anschaffung und Haltung

Wer möchte morgens nicht ein frisches Frühstücksei auf dem Tisch stehen haben, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob das Huhn welches das Ei gelegt hat, gesund ernährt und ohne den Zusatz von Medikamenten gefüttert wurde? Doch bevor Sie sich endgültig für die Hühnerhaltung entscheiden, sollten Sie im Vorfeld abklären, wie Ihre Nachbarn dazu stehen?

Nicht jeder kann sich mit dem Gestank, der durch die Exkremente der Hühner entsteht, abfinden und auch der frühmorgendliche „Weckruf“ des Hahns könnte die Toleranzgrenze des Nachbarn arg strapazieren.

Ein erster Blick in den Bebauungsplan zeigt Ihnen, ob die Hühnerhaltung nicht sogar ausdrücklich verboten ist. Auch der Bau eines gemauerten Stalls ist in jedem Fall genehmigungspflichtig. Bei anderen Stallformen ist die Bauart ausschlaggebend dafür, ob eine Baugenehmigung benötigt wird. Um Missverständnisse zu vermeiden sollten Sie deshalb vorab mit den Nachbarn über Ihre Pläne sprechen und auch den örtlichen Bebauungsplan beachten.

Huhn, Hühner, Tiere, Garten, Gartenzeitung.com

Gartenhühner – geeignete Hühnerrassen

Informieren Sie sich vor dem Kauf der Tiere beim örtlichen Kleintierzüchterverein oder beim Bund deutscher Rassegeflügelzüchter darüber, welche Eigenheiten bzw. Eigenschaften einzelne Hühnerrassen besitzen. Als Beispiel: schwere Rassen sind ruhiger als leichte, bewegen sich weniger und bleiben auch trotz eines niedrigen Zauns innerhalb des Geheges. Somit kommen Sie auch in kleineren Ausläufen gut zurecht, benötigen wegen ihrer Körpergröße aber mehr Platz in einem Stall.

Da es fast alle Hühnerrassen auch als Zwergrassen gibt, eignen sich diese besonders gut für die Haltung auf kleinen Grundstücken und nahezu perfekt dafür sind z.B. alte Landhuhn-Rassen.

Aber nicht nur in Aussehen und Temperament unterscheiden sich Hühner von einander, sondern auch durch ihre Legeleistung. So bezeichnet man Kreuzungen besonders leistungsfähiger Rassen oder Zuchtlinien als Legehybriden, bei denen besonders auf gute Legeleistung geachtet wurde. Daneben eignen sich so genannte Zwiehühner, die nicht nur nicht nur Eier liefern sondern auch über gute Fleischqualität verfügen, besonders gut für den heimischen Garten, zudem diese Zwiehühner überaus robust und pflegeleicht sind. Selbst in kleineren Gärten können sogenannte Zwiehühner, durchaus das ganze Jahr über im Freien gehalten werden.

Huhn, Hühner, Tiere, Garten, Gartenzeitung.com

Hühnerhaltung und Platzbedarf

Um der angeborenen Verhaltensweisen von Hühnern gerecht zu werden, sollte man bei der artgerechten Haltung besonders auf das passende Verhältnis von Stall und Auslauf achten. Als Richtlinie gelten ca. 10 – 20 qm pro Huhn als Platzbedarf und je größer ein Auslauf ist umso besser. Hühner meiden zwar von Natur aus weite Flächen, ist der Auslauf aber zu klein, verwandelt er sich bei schlechtem Wetter schnell in ein Matschauslauf oder bei trockener Witterung in eine kluftige Wüstenlandschaft. Allerdings ist auch ein betonierter Auslauf sehr ungünstig für die Hühnerhaltung. Ideal wäre deshalb eine Mischbepflanzung auf dem Tummelplatz, welche beispielsweise ein paar Büsche und Bäume für Schatten und Rückzug sowie ,Wiesenboden für zusätzliche Nahrung bietet. Der natürliche Wiesenboden beherbergt nämlich eine Menge Kleintiere wie Spinnen, Schnecken und Würmer, die den Hühnern zum Futter zusätzliches Eiweiß liefern.

Neben den Büschen, die als Schattenspender und Wetterschutz behilflich sind, ziehen sich Hühner auch gern unter ein Dach zurück, um dort Schutz vor Raubvögeln zu finden. Des Weiteren wären Sitzstangen und ausreichend Platz zum Scharren ideal. Sand- bzw. Staubbäder dienen als natürliche Maßnahme gegen Ungeziefer. Besonders wichtig für Hühner sind Bewegung und frische Luft um ihr Immunsystem zu stärken. Wird ihnen die Möglichkeit einer trockenen Rückzugsmöglichkeit, wie ein frei zugänglicher Stall geboten, können Hühner das ganze Jahr über im Freien bleiben.

Varianten der Hühnerhaltung

  • Freilandhaltung: die artgerechteste aller Haltungsformen ist sicherlich die Freilandhaltung. Die Hühner dürfen frei herumlaufen und werden nachts sicher im Stall verwahrt. Hühner schätzen sich glücklich, dürfen sie sich frei bewegen, mit Artgenossen sozialisieren und Futter suchen. Leider wird hierfür ein größeres Auslaufareal benötigt, da die scharrenden Hühner im Nu die schönste Grünfläche zur Mondlandschaft umgeackert haben. Viel PLatz ist notwendig!
  • Flexibler, transportabler Hühnerstall: Inzwischen gibt es Gehege in allen Größen, die frei gestellt werden können und somit mobil sind. Täglich solle das Gehege mit integriertem Hühnerstall versetzt werden, so dass die Hühnerschar stets frisches Grün vorfinden kann. Diese Variante ist aufwendiger, jedoch schont sie die Rasenflächen. Wegen der wechselnden Positionierung ist eine größere Grünfläche notwendig.
  • Fest angebrachter Hühnerstall, Hühnerschuppen: Wer einen alten Schuppen im Garten stehen hat, kann ihn ideal als sichere Behausung für die Hühner zweckentfremden. Die Hühner finden nachts darin ein sicheres zu Hause und sind vor Fuchs und anderen Wildtieren sicher geschützt. Tagsüber sollte ein fest eingezäunterer Auslauf zur Verfügung stehen. Da dieser dauerhaft genutzt wird, muss man mit einer Zusatzfütterung (Pellets, Mischfutter, Gemüsereste, Grasschnitt etc. ) rechnen, da der Boden schnell verkahlt. Daher ist eine regelmäßige Pflege des Auslaufbodens notwendig, um ein Verschlämmen zu vermeiden.

Huhn, Hühner, Tiere, Garten, Gartenzeitung.com

Anzahl und Unterbringung der Hühnerschar

Da Hühner sehr soziale Tiere sind sollte die minimale Anzahl von drei Tieren in einer Gruppe, auch am Anfang oder über einen längeren Zeitraum, nicht unterschritten werden.

Für den Platzbedarf sind natürlich die geplante Anzahl der Tiere und die Hühnerrasse wichtig. Durchaus können von einer Zwergrasse mehrere Tiere auf einer kleinen Fläche gehalten werden, als von einer „normalen“ Hühnerrasse. Deshalb sollte auch bei der Planung des Hühnerstalls die Rasse im Vorfeld geklärt sein.

So bieten beispielsweise mobile Ställe, kleineren Hühnerarten auch unter dem eigentlichen Stall, zusätzliche Auslauffläche. Und bei 1-2 qm für den Stall können 5 qm eingezäuntes Areal im Garten 3-6 Tiere einer Zwergrasse als Lebensraum genügen. Was aber für die kleine Zwergrasse ein weitläufiger Auslauf wäre, wird bei einer größeren Hühnerrasse schon beängstigend klein.

Deshalb sollte bei mittelschweren Hühnern mit einem Platzbedarf von 2 qm für 3 Tiere gerechnet werden. Optimal ist einen Auslauf von 20-30 qm pro Huhn.

Der Hühnerstall

Ein guter Hühnerstall sollte hell, trocken und gut belüftet, aber frei von Zugluft sein. Im Winter darf  die Temperatur im Stall nicht unter fünf Grad sinken, was in sehr kalten Regionen eine Isolierung nötig macht, wobei aber eine trockene Kälte von Hühnern besser vertragen wird als zu große Sommerhitze. Um im Sommer eine Aufheizung des Stalls zu vermeiden, gehört der Stall nicht in die pralle Sonne.

Damit auch im Stall die Hühner ihrem Scharrtrieb nachkommen können, kann der Boden des Stalls zusätzlich mit Sand, Sägespänen, kleinen Holzpellets oder Stroh eingestreut werden. Zum schlafen bevorzugen Hühner eine hölzerne Sitzstange, welche ungefähr in Kniehöhe angebracht wird. Pro Huhn sollten Sie mit 20-30 cm Platz auf der Stange rechnen, wobei Hühner gerne eng aneinander geschmiegt schlafen. Um Eier zu legen, benötigen Hühner ein Nest. Bereits eine einfache, mit Stroh ausgelegte Holzkiste reicht dafür aus.

Dass der Stall keine Schlupflöcher in Dach, Wände und Boden für ungebetenen Gäste, wie Fuchs, Marder oder andere Raubtiere  bietet, sollte selbstverständlich sein. Auch Fenster, die für die Frischluftzufuhr geöffnet werden, müssen mit feinem Maschendraht gesichert werden. Fenster und Türen sollten dicht schließen.

Der Hühnerstall sollte auch für Menschen bequem zugänglich und leicht sauber zu halten sein, denn Stallhygiene und Sauberkeit sind unbedingt notwendig um die Hühner gesund zu erhalten. So erleichtert ein Kotbrett unter den Sitzstangen, über dem zusätzlich ein Gitterrost montiert wird, das Sauberhalten des Stalls.

Über Ellen Hofmann-Straub 74 Artikel
Mein Ziel ist es, die Leser von gartenzeitung.com zu unterhalten und Informationen sowie die Nähe zur Natur, interessant weiterzugeben.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.