Zimmerpflanzen

Bromelie, Bromelien, Bromelia

Wenn im Frühling die Natur erwacht und die Staubflocken unter dem Dach im Sonnenlicht tanzen, regt sich in vielen Menschen neuer Tatendrang. Unter dem Stichwort „Frühjahrsputz“ wird vielerorts emsig gewischt, gesaugt, gefeudelt und entrümpelt. Schonungslos wird Staubfängern der Garaus gemacht, Wände werden übertüncht und entstaubte Polster und polierte Möbel erstrahlen im neuen Glanz. Soweit kein Problem. Was aber, wenn die Sonnenstrahlen eher ins Freie locken oder das Sofa stärker ködert als Besen und Kehrblech zusammen?

Ein Tipp: Einfach beim Lieblingsfloristen hereinschauen und sich genüsslich einige blühende Zimmerpflanzen aussuchen. Dies ist eine wahrhaft gute Tat als Auftakt für den Frühjahrsputz, als Anreiz und Belohnung, den Mief des Winters endgültig zu vertreiben: Denn auch die Psyche braucht Hygiene!  Bromelien gehören zum Beispiel zu den genügsamsten und unkompliziertesten aller Zimmerpflanzen und sie sind aufregend schön!

Temperamentvolle Mitbewohner

Bromelie

Seit eh und je gelten Pflanzen als „Reinemacher“ in deutschen Zimmern: Getrocknete Lavendelblüten vertreiben Kleidermotten, die Schalen von Zitrusfrüchten sorgen auch in spärlich belüfteten Räumen für angenehme Frische und mit Schachtelhalm, auch Zinnkraut genannt, wurde früher das gute Silber oder Zinn geputzt.

Bromelien hingegen entfalten ihre Wirkung weniger praktisch, sondern viel mehr emotional – dafür aber äußerst kraftvoll! Stürmisch wecken sie mit ihrer außergewöhnlichen exotischen Schönheit alle Lebensgeister und machen mit ihren starken Farben einfach gute Laune. Dazu trägt auch ihr Formenreichtum bei: Viele Arten wachsen schlank in die Höhe oder üppig in die Breite, manche besitzen kleine, andere große Blüten.

Zu den bekanntesten Gattungen und Arten gehört die Vriesea, auch „Flammendes Schwert“ genannt, deren Blüte auch tatsächlich feuergelb bis orangerot leuchtet und wie ein Schwert aus den grünen Blättern hervorragt. Die ebenfalls bekannte Guzmania bildet mit ihrer Blüte eine kleine Rosette, oft intensivrot, und besitzt eine warme, verspielte Ausstrahlung voller inspirierender Natürlichkeit. Weitere Gattungen und Arten der Bromelie sind zum Beispiel Aechmea, Neoregelia, Nidularium und Crypthantus.

Bromelienarten

Manche Bromelienblüten thronen hoch oben auf einer Anordnung leuchtend grüner Blätter, die wie die Blätter der Ananas gewachsen sind, die übrigens ebenfalls eine Vertreterin der Bromelien-Familie ist.

Andere Bromelien besitzen niedrige, silbergrün gestreifte Blätter, aus deren Mitte hocherhobenen Hauptes eine federförmige Blüte ragt. Außerdem gibt es kugelrunde und fächerförmige Blütenstände, die in sämtlichen Farben leuchten können: Rot, Weiß, Gelb, Violett, Orange, sogar in knalligem Pink oder zweifarbig.

Allen gemeinsam ist ihre exotische und mitunter bizarre Anmutung, die eine sommerlich-tropische Atmosphäre zaubert. Kein Wunder, ist die ursprüngliche Heimat der Bromelie doch Mittel- und Südamerika.

Pflanztipps zur Bromelie

Aus diesem Grund gedeihen sie auch prächtig in Küche oder Bad und weder Luftzug noch Luftfeuchtigkeit macht ihnen etwas aus. Am wohlsten fühlen sich Bromelien bei Zimmertemperatur und viel Licht, aber ohne pralle Sonne. Die Bromelie möchte gerne in das “Herz” gegossen werden; am besten mit weichem Wasser, bzw. Regenwasser. Ihre Topferde sollte dabei nur mäßig feucht gehalten werden und darf auf keinen Fall zu nass sein.

Sind die kalten Minustemperaturen vorbei, kann man ab Mitte Mai die Bromelien auf den Balkon, bzw. die Terrasse stellen. In den ersten Wochen ist es hierbei wichtig, dass man die Zimmerpflanze nachts schützt und aus diesem Grund abdeckt. Pralle Sonne wird nicht gut vertragen; aus diesem Grund ist ein Platz im lichten Schatten vorzuziehen. Diese Bromelienarten sind gut für draussen geeignet: Aechmea, Billbergia, Ananas, Neoreglia und Tillandsia

Am schönsten wirken Bromelien in Gruppen: Gut also, dass die Zeit von Frühjahrsputz und Entrümpelung begonnen hat, denn dann ist wieder Platz im Haus für Zimmerpflanzen und andere schöne Dinge. Das macht froh und befreit! Autor / Foto: BBH

Bromelien selber vermehren

Bromelien lassen sich mit ein paar Tricks wunderbar vermehren. Hat die Zimmerpflanze geblüht, erscheinen meist danach einige kleine Seitentriebe an der Topfpflanze. Sind diese ca. halb so hoch wie die “große” Bromelie, sollte man ca. 2 Wochen lang Wasser in die Blütenkelche geben und nach dieser Zeit die Bromelientrieb mitsamt wurzeln ausstechen. Anschließend die junge Bromelie in einen Topf pflanzen. Nach ca. einem Jahr kommen die Bromelien dann auch zur Blüte.

Hierbei kann man etwas nachhelfen: man legt einen reifen Apfel in das Herz der Pflanze und stülpt ihr anschließend eine Tüte über, die man nun verschließt. Drei Wochen sollte der Apfel und die Bromelie miteinander “verbringen. Nach acht bis sechzehn Wochen bildet sich eine neue Bromelienblüte aus!

Haben Sie das schon gewusst?

  • Es eine spezielle Kultursorte der Bromelie gibt, die Ananas „Champaca“, die nicht nur dekorativ ist, sondern auch Früchte bringt, die verzehrt werden können?
  • Bromelia Vriesea in der Nacht Sauerstoff prodzuziert und deshalb ohne Probleme im Schlafbereich stehen kann?
  • Bromelia Billbergia sogar einen geringen Grad an Frost abbekommen kann, ohne darunter zu leiden?

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