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Tiere im Haus und Garten

Die Zecke / der Holzbock – gefährlich für Mensch und Tier

Was ist eine Zecke?

Die Zecke (Ixodida) ist ein Kleinstlebewesen, die mit einem Körperausmaß von ca. 4 – 5 Millimeter, höchstens die Größe einer Stubenfliege ausmacht. Die kleinen spinnenartigen Tiere sind Überträger der gefährlichen Borreliose und FSME-Viren.

Zecken sind klein, aber in Ihrem Gefährlichkeitsgrad für Mensch und Tier nicht zu unterschätzen. Gemäß Ihrem äußerlichen Erscheinungsbild ähneln Sie Spinnentieren. Sie verfügen über 8 Beine und gehören der Gattung von Milben (Acari) an.

Die globale Popularisation von Zecken erstreckt sich in allen Regionen wo ihre Wirtarten, sogenannte „Wirbeltiere“ leben, von dessen Blut Sie sich ernähren. Zecken sind wahre Experten, wenn es darum geht ihren Lebenswandel genauestens auf Ihre Umwelt abzustimmen.

Lebensgewohnheiten der Zecke

Zecke, Holzbock, Zecken, Ixodes ricinus, Fotolia
Drei verschiedene Zeckenarten auf weißem Hintergrund

Das Leben der Zecken wird von ihren Wirtarten bestimmt auf die sie als typischer Parasit angewiesen sind.

Der Körperbau des Parasiten ist in zwei Segmentteile unterteilt. Der erste Abschnitt besteht aus Leib, Kopf und den spinnenanalogen Beinen.

Umweltbedingte Impulse, nehmen Zecken durch ihre Sinnesorgane an den Beinpartien wahr. Die erzeugte Wahrnehmung begünstigt instinktive natürliche Regungen der Zecke. Die fachgerechten Stech- und Saugwerkzeuge sind im vorderen Teil des Kopfes untergebracht.

Damit die Zecke den nötigen Halt an ihrem Wirt findet, ist ihr Stechmechanismus mit entgegengesetzten Fanghaken ausgestattet. Zecken erklimmen ihre Wirte fast ausschließlich durch krabbelnde Fortbewegung.

Eilig hat es die Zecke nicht. Im Gegenteil, sie verlässt Ihren Wirt erst nach 1- 2 Wochen. Nach solch einer stärkenden Mahlzeit sind Zecken derart mit Blut vollgesogen, das sie von Ihrem Wirt abfallen.

Durch die immense Blutzufuhr kann die Zecke ihr Gewicht vervielfachen und einige Zeit ohne Nahrung auskommen. Ausgiebige Mahlzeiten lasse bei weiblichen Zecken die Fruchtbarkeitsrate ansteigen so dass eine Produktion von ca. 2.500 Eiern möglich ist.

Bekannte Zeckenarten in Deutschland

Die Zecke ist mit ca. 800 Arten weltweit verbreitet. Auf der Liste der gefährlichen Tierarten in Deutschland steht die Zecke ganz weit oben. Einige Ihre Arten treten in Deutschen Regionen häufiger in Erscheinung.

  • Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus)
  • Die Schafzecke (Dermacentor marginatus)
  • Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
  • Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)
  • Die Taubenzecke (Argas reflexus) 

Der Gemeine Holzbock ist der häufigste Vertreter

Holzbock Zecke (Ixodes ricinus) auf menschlicher Haut, Fotolia
Holzbock Zecke (Ixodes ricinus) auf menschlicher Haut

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die in Deutschland am häufigsten vorkommende Zeckenart, die der Familie der Schildzecken angehört.

Er lebt im Wald, in Übergangsbereichen zu unbewaldeten freien Flächen zugleich findet er auch Lebensraum, im hohen Gras, Gebüschen, in Stadtparks oder sogar in Gärten. In der Zeit von März bis November ist der Gemeine Holzbock tatkräftig unterwegs.

Der hohe Stellenwert des Gemeinen Holzbock liegt in seiner weitläufigen Präsenz begründet. Er gilt als häufiger Überträger von gefährlichen Krankheitserregern auf Mensch und Tier. Unter anderem überträgt er die für Menschen und Tiere besonders gefährliche Lyme-Borreliose und FSME-Viren.

Igel
Igel sind beliebte Wirte bei Zecken

Der gemeine Holzbock bezieht bevorzugt in feucht-warmen Regionen Stellung. Wie andere Zeckenarten auch, liebt er Witterungsbedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Der gemeine Holzbock ist ein nicht zu unterschätzender Winzling. Mit einem Körperumfang von 3 – 5 Millimetern kann er bei den Zeckendamen, die ihn deutlich an Größe übertrumpfen, nicht ganz mithalten.

Seine potenziellen Wirte legen durch interessante Geruchsübermittlungen einen für den Parasiten verlockenden Köder aus.

Deshalb ist in Wald, Feld und hohem Gras besondere Vorsicht geboten, denn hier lauert der Gemeine Holzbock seinen ahnungslosen Opfern auf.

Lebensraum der Zecken

Die Lebenserwartung einer Zecke beträgt ca. 6 Jahre. In freier Wildbahn können Zecken sofern Sie sich mit Blut vollgesogen haben ca. 1 Jahr teilweise auch länger ohne Nahrung auskommen.

Ihre Geschäftigkeit geht von März bis November. Zecken lieben zeitsparende praktische Wege insofern bewegen Sie sich vorzugsweise auf kurzer Strecke fort. Für Langstreckenpfade reichen die Energiereserven oftmals nicht aus.

Ein häufiger Vertreter in deutschen Regionen ist die Schildzecke (Ixodidae) deren bekannteste Art der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist. Zecken leben vorzugsweise an einer Waldrandzone, die den Übergang zu unbewaldeten Gebieten darstellt.

Kleinere Fließgewässer bieten Ihnen ebenfalls geeigneten Lebensraum sowie einzelne Gebüsche. Sie lieben ein feucht – warmes Klima und ziehen sich gerne in hohes Gras zurück. Besonders an warmen regenreichen Tagen entsteht Wasserdampf, der den Luftfeuchtigkeitgehalt merklich ansteigen lässt.

Jetzt finden Zecken ideale Witterungsbedingungen vor um Mäusen, Igeln, Vögeln oder Rehen nachzustellen. Auf der Spitze eines Grashalmes behalten Sie gerne den Überblick. Ein guter Ausgangspunkt um unbemerkt auf Ihre Wirte zu krabbeln.

Generell lauert die Zecke mehrwöchig auf einer zweckgemäßen Anhöhe, die der Höhenstatur ihres Wirtes gleichkommt. Versprüht ein sich annähernder Wirt interessante Geruchsinformationen, Vibrationen oder raschelnde Laute, geht die Zecke in Lauerstellung. Zecken haben ein ausgeprägtes Wahrnehmungsempfingen, das Ihnen die nötigen Impulse verleiht, nach denen Sie instinktiv handeln.

Tipps für die Zeckenabwehr beim Menschen

Mit dem Frühling beginnt die warme schöne Jahreszeit. Der Mensch freut sich über Sonne und steigende Temperaturen. Jetzt zieht es viele Menschen in die freie Natur doch hier ist wegen der listigen Zecken Vorsicht geboten. Sie können einiges für die Zeckenabwehr tun, wie folgende Tipps erklären:

  • Nehmen Sie Ihren Körper nach einer Wanderung genau unter die Lupe
  • Tragen Sie hohe Gummistiefel über der Hose.
  • Ziehen Sie die Socken über die Hose.
  • Tragen Sie geschlossenes Schuhwerk und Shirts mit langen Ärmeln.
  • Tragen Sie enganliegende geschlossene Kleidung.
  • Auf heller Bekleidung fällt der Parasit schneller auf.
  • Benutzen Sie auf Wanderungen eine Kopfbedeckung.
  • Benutzen Sie bei der Verrichtung von Gartenarbeit Arbeitshandschuhe.
  • Auch auf der Kleidung können Zecken sein, überprüfen Sie Ihre Kleidung.
  • Legen oder gehen Sie nicht ungeschützt ins hohe Gras.
  • Achten Sie bei Ihren Kindern auf eine Anti-Zeckenkleidung.
  • Meiden Sie Regionen mit hoher Zeckenverbreitung.

Wichtige Information!

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet umfassende Informationen zum Thema Zecken und übertragbare Krankheiten.

Sie können sich ebenfalls an das örtliche Gesundheitsamt wenden, ihren zuständigen Hausarzt oder Apotheker befragen.

Bei akuter Zeckengefahr ist eine FSME-Impfung empfehlenswert. Die aufgeführten Ratschläge können keinen Besuch bei Ihrem zuständigen Arzt ersetzen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Arzt über Zeckenimpfungen.

Zeckenabwehr bei Hunden

Ein Hund tollt in der freien Natur gerne ausgelassen wie ein kleiner Wirbelwind herum. Völlig sorglos und unbefangen wird jeder Busch oder der kleinste Grashalm beschnuppert. Was den Hund nicht kümmert ist des Parasiten größte Freud.

Hunde gehören genauso wie Menschen zu den potenziellen Wirten der Zecken, die gefährliche Krankheiten übertragen. Betasten Sie das Fell Ihres Vierbeiners nach jedem Freigang mit Hilfe eines Flohkamms. Petvital Bio-Schutzhalsband ist ein Zeckenhalsband, das auf rein natürlicher Basis wirkt jedoch fortwährend getragen werden muss.

Chemische Mittel zur Zeckenabwehr enthalte viele Nebenwirkungen, die nicht jedes Tier verträgt. Kokosöl kann als natürliches Mittel zur Zeckenbekämpfung eingesetzt werden. Das Fell des Hundes wird mit dem Naturprodukt verhältnisgleich eingerieben.

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Wichtige Information!

Umfassende Informationen rund um das Thema Zecken erfahren Sie auch bei Ihrem ortsansässigen Tierarzt. Die aufgeführten Empfehlungen können keinen Besuch beim Tierarzt ersetzen. Bitte suchen Sie nach einem Zeckenbiss umgehend ihren zuständigen Tierarzt auf und sprechen Sie mit dem behandelnden Tierarzt über mögliche Schutzmaßnahmen, die Sie für ihren Hund treffen können.

Was für Krankheiten können Zecken übertragen?

Zeckenbiss, Borreliose, kreisrunder Hof, Gartenzeitung.com
Der kreisrunde Hof rund um den Zeckenbiss ist SEHR ERNST zu nehmen! Bitte umgehend einen Facharzt aufsuchen!

Die Lyme-Borreliose wird vorherrschend durch infizierte Zecken übertragen. Die Parasiten geben den Krankheitserreger bei Einnahme der Blutmahlzeit an Ihre Wirte wieder. Ein charakteristisches Merkmal an der Einstichstelle ist eine sich langsam ausbreitende Rötung, die auch als Wanderrötung („Erythema migrans“) bezeichnet wird.

Von Frühling bis in die herbstliche Jahreszeit hinein haben Zecken Hochkonjunktur. Während dieser Zeitspanne ist die Übertragungsgefahr am relevantesten. Die auslaufende Rötung („Erythema migrans“) um die Einstichstelle herum ist für den Arzt ein sicheres Erkennungsmerkmal der Lyme-Borreliose.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die speziell durch die Zecken auf den Menschen übertragen wird. Die FSME – Viren befinden sich in Sekretabsonderungen der Zecke, die unmittelbar nach dem Einstich übertragen werden. Die FSME- Viren können im ersten Stadium Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen verursachen. Im weiteren Verlauf kann eine gefährliche Hirnhautentzündung auftreten.

Bitte wenden Sie sich nach einem Zeckenbiss umgehend an Ihren behandelnden Arzt.

Wie entferne ich eine Zecke?

  • Beseitigen Sie die Zecke so schnell wie möglich.
  • Verwenden Sie eine leicht gebogene Zeckenzange, die Sie am Besten in der Apotheke erwerben.
  • Die Zecke wird vorne an den Mundwerkzeugen nahe der Haut gegriffen.
  • Das Herausziehen der Zecke sollte langsam und gemächlich erfolgen.
  • Vermeiden Sie eine Quetschung des Hinterleibs der Zecke.
  • Nach der vollständigen Entfernung erfolgt die Wunddesinfizierung.
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Wichtige Information

Bei einer Zeckenentfernung handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff.

Bleibt der Kopf der Zecke stecken, wird der Rest durch chirurgisches Eingreifen Ihres behandelnden Arztes entfernt. Diese Anleitung kann keinen Besuch beim Arzt ersetzen. Eine unkorrekte Zeckenentfernung kann das Infektionsrisiko erhöhen. Bitte suchen Sie Ihren zuständigen Arzt auf, damit Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit eine fachgerechte Behandlung erhalten.

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