Gartenwissen

Mondgärtnern – der Einfluß des Mondes beim Gärtnern

Ich bin ja von Haus aus ein eher kritischer Mensch und muss neue Dinge erst einmal ausprobieren, ob sie auch was taugen. Als ich das erste Mal vom “Gärtnern mit dem Mond“ oder “Mondgärtnern” hörte, dachte ich mir auch: AHA!? Aber es dauerte genau zehn Tage und ich war ein überzeugter Anhänger des Mondgärtnern.

Denn egal ob Schädlinge, Unkrautbekämpfung, Pflanzenstärkung oder einfach bessere Erträge, wenn man sich an den Mondzyklus hält, wird die Gartenarbeit wesentlich einfacher.

Was versteht man unter Mondzyklus?

Grundsätzlich unterscheidet man drei Phasen

Bei seinem etwa 28-tägigen Umlauf um die Erde wandert der Mond durch alle zwölf Sternbilder des astrologischen Tierkreises, wobei er sich in jedem etwa zwei bis drei Tage aufhält. Jedes Sternbild verleiht dem Mond so ein Stück seiner ihm eigenen Energie.
Dann gibt es noch die für uns am leichtesten nachzuvollziehenden sichtbaren Mondphasen: Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond.
Und zu guter Letzt gibt es noch den aufsteigenden und den absteigenden Mond.

Jede dieser Phasen hat ihre ganz eigene Energie und somit auch Wirkung auf Flora und Fauna. Das genaue Was, Wann und Wie hierzu würde Bände füllen. Daher möchte ich nur die wichtigsten Grundregeln aufführen. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, dem empfehle ich die Bücher „Gärtnern im Einklang mit dem Mond“ von Martin Pflugmann und Helga Föger, sowie „Vom richtigen Zeitpunkt“ von Johanna Paungger und Thomas Poppe.

Neumond

Jetzt ist der beste Zeitpunkt kranke Bäume und Pflanzen kräftig zurückzuschneiden. Sie können sich dann unter dem Einfluss des zunehmenden Mondes erholen.

Unkraut, das an Neumond ausgerissen (nicht gehackt) wird, wächst so schnell nicht wieder nach. Ein super Tag zum Unkrautzupfen soll der 18. Juni sein. Leider konnte ich das bisher noch nicht nachprüfen, weil mein jüngster Sohn an dem Tag Geburtstag hat und sich die Gäste bis dato vehement weigerten, Unkraut zu jäten.

Auch Ungeziefer bekämpft man am wirkungsvollsten unmittelbar vor Neumond. An den letzten drei Tagen vor und an Neumond direkt, sollte man nicht Mondgärtnern, also weder säen noch Pflanzen setzten. Sie würden nur sehr langsam wachsen und die Wurzelbildung wäre schwach. Auch um diese Zeit Geerntetes hat weniger Aroma und die Heilkraft von Kräutern ist geringer. Um die empfindlichen Wurzeln nicht zu verletzten, sollten Sie in dieser Zeit auch nicht um Pflanzen herum harken.

Mondgärtnern bei zunehmenden Mond

Während dieser Zeit fließt die Energie von der Erde in Stängel, Blätter und Blüten. Somit ist dies die beste Zeit um zu pflanzen, was über der Erde wachsen und Früchte tragen soll, Blattgemüse, Blumen und Früchte. Jetzt ist auch die günstigste Zeit den Boden zu lockern, die Arbeit geht einem hier leichter von der Hand. Auch bei zunehmendem Mond geerntetes Obst und Gemüse ist wesentlich aromatischer, allerdings sollte es schnell verbraucht werden, da es sich nicht lange hält. Würz- und Heilkräuter sollten jetzt gesammelt werden, weil sie jetzt ihre volle Kraft entwickelt haben.

Aufs Düngen sollte man bei zunehmendem Mond verzichten, da der Boden die Nährstoffe nicht gut aufnehmen kann. Bei Regen würde dann alles ungenutzt ins Grundwasser gelangen. Auch Gießwasser fließt fast ungenutzt ab, oder bildet Staunässe. Von starkem Beschnitt sollte man während dieser Mondphase Abstand nehmen. Die Pflanzen verlieren über die die Schnittflächen zu viel Flüssigkeit. Alles was halten sollte verschiebt man besser auf abnehmenden Mond. Mauern, Platten oder Pfosten werden schnell wackelig und Farbe trocknet schlecht und zieht nicht ins Holz.

Vollmond

An Vollmond sind die Mondkräfte am stärksten. Kurz davor und danach ist die beste Zeit zur Aussaat. An Vollmond direkt sollte man den Garten am besten in Ruhe lassen. Schneidet man Pflanzen an diesem Tag, können sie eingehen. Außer Sie möchten lästiges Grünzeug loswerden. Auch Dünger können die Pflanzen jetzt am besten aufnehmen. Früchte, die kurz nach Vollmond geerntet werden, sind sehr saftig und eignen sich gut zum Konservieren.

Abnehmender Mond

Die Kraft fließt nun zurück in die Erde. Wasser kann nun am besten aufgenommen werden. Gepflanzt wird nun alles, was unter der Erde wachsen soll, also Karotten, Kartoffeln, Zwiebeln, Sellerie und Rüben. Jetzt ist auch die beste Zeit um diese Früchte zu ernten, da die Kraft nun unter der Erde liegt. Für alle Rückschnittarbeiten ist jetzt die günstigste Zeit. Auch jetzt gejätetes Unkraut kommt nicht so schnell wieder. Mauern, Wege und Pfosten, die nun gesetzt werden halten dauerhaft. Farbe die bei abnehmendem Mond gestrichen wird, trocknet schneller und zieht tiefer ins Holz ein.
Aufsteigender und absteigender Mond haben ähnliche Energien beim Mondgärtnern, wie zunehmender und abnehmender Mond.

Noch ein paar kleine nützliche Tipps zum Schluss: Wenn man beim Gießen der Zimmerpflanzen auf die richtigen Tage achtet, hält man sie dauerhaft schädlingsfrei. Ideal dafür sind die Wassertage Krebs, Skorpion und Fische. Außerdem können die Pflanzen das Wasser dann auch viel besser aufnehmen. An Tagen mit Luftzeichen sollte man das Gießen auf jeden Fall vermeiden.

An Löwetagen sollte man aufs Wäschebügeln verzichten, da es sonst zu unschönen glänzenden Abdrücken kommen kann. Schwierige Reinigungsarbeiten sollte man bei zunehmendem Mond erledigen, da entfernt man hartnäckigen Schmutz viel leichter.

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