Narzisse, Narcissus pseudonarcissus

Frühlingsbote Narzisse, Osterglocke

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Die Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus)

Der Frühlingsbote gehört zur gleichen Familie wie die Amaryllis, auch Ritterstern genannt. Bereits im 16. Jahrhundert fand man die Gelben und Weißen Pflanzen in osmanischen Gärten, wo sie die Besitzer großer Sultanspaläste und ihre Haremsdamen verzauberten.

Durch den niederländischen Botaniker Carolus Clusius, der einige Zwiebeln aus dem Orient mitbrachte, hielten die ehemaligen Wildblumen auch in Süd- und Nordeuropa Einzug, wo sie von Gärtnern kultiviert und als Gartenblume gezüchtet wurden.

Jedes Jahr zur Blütezeit kommt die Gelbe Narzisse in großen Mengen als Schnittblume in den Handel, denn in einem bunten Frühlingsstrauß sollte die Botin des Frühlings auf keinen Fall fehlen.

Narzissen und die griechische Mythologie

Narzisse, OsterglockeDie Liebe zu sich selbst brachte Narzissos dem Sohn des Flussgottes Kephisos den Tod. Da er die schöne Nymphe Echo verschmähte und diese vor Kummer zugrunde ging, bestrafte ihn Nemesis, die Göttin des gerechten Zorns für seine Herzlosigkeit mit unsäglicher Liebe zu sich selbst.

Von seiner eigenen Schönheit geblendet, verliebte Narzissos sich an einem See in sein eigenes Spiegelbild im Wasser und versank letztendlich in den Fluten, da er dem geliebten Wesen nahe sein wollte. Jedoch hatten die Götter ein Einsehen und verwandelten ihn im Moment des Todes in die wunderschöne Blume, die heute noch seinen Namen trägt.

Narzissen-Zwiebeln einpflanzen

Die Gelbe Narzisse gehört zur Familie der Amaryllis-Gewächse. Ihre Blütenzeit ist März/April. Narzissen sind unkompliziert und leicht anzubauen. Sie sind zudem ausdauernd und mit der richtigen Pflege können die Zwiebeln Jahr für Jahr Blüten bilden.

Narzissen bevorzugen sonnige bis halbschattige Plätze und im Herbst ist die beste Zeit Narzissen zu pflanzen.

Zwischen September und Oktober und bei Temperaturen unter zwölf Grad setzt man sie in der richtigen Tiefe am besten in den Rasen anstatt ins Beet, um die zarten Wurzelfasern zu schützen.

Die Setztiefe der Blumenzwiebeln sollte die dreifache Zwiebellänge betragen, besser jedoch tiefer um eine Austrocknung zu verhindern.

Pflege von Narzissen

Um den Zwiebeln die Möglichkeit zu geben, genügend Kraft für das nächste Jahr zu sammeln, müssen die Narzissen nach der Blütezeit gedüngt werden. Auch das Abschneiden der unansehnlichen Blüten gibt den Zwiebeln Kraft und verbessert das Aussehen. Jedoch sollten die Blätter nicht weggeschnitten werden.

Zur Vermehrung können die Knollen alle drei bis vier Jahre geteilt werden. So wird der Knollenvorrat erhöht und ein zu dichtes Wachstum im Beet vermieden.

Etwas Kies unter den Zwiebeln vermeidet die Gefahr von Pilzbefall durch Staunässe. Aber auch Trockenheit ist nicht sehr förderlich für die Pflanze. Narzissen-Sorten am besten sorgfältig aussuchen, um eine lange Blühperiode zu erreichen. Nach dem Einpflanzen in den Rasen sollten keine Mäharbeiten stattfinden.

Narzisse, Osterglocke
Narzissen gibt es in den vielfältigsten Farben und sie gehören zu den ersten Blumen, die das Frühjahr farbenfroh begrüßen.

Die besondere Narzisse

Narzisse, OsterglockeNarzissen können fast monatelang ohne Wasser auszukommen. Das liegt daran, dass sie in ihren schleimigen Zellen ausreichend Wasser speichern können.

Als Schnittblumen jedoch sondert sie diesen Schleim in der Vase ab. Wer jetzt einen bunten Osterstrauß zusammenstellen möchte, muss darauf achten, dass die Narzisse ca. 24 Stunden vorher in Wasser gestellt und dort ausschleimen kann, da der Schleim auf andere Schnittblumen giftig wirkt.

Damit der Schleim der Narzisse nicht die Gefäße anderer Blumen verstopft, sodass sie kein Wasser mehr aufnehmen können und schnell verwelken, wird die Narzisse erst nach dem „Wasserbad“ mit anderen Blumen zusammengestellt und auch nicht mehr angeschnitten. Wobei es auch ein Mittel namens „Narzissen-Chrysal“ gibt, welches die schädliche Wirkung des Schleims im Blumenwasser verhindern soll.

Narzissen sind giftig

Die Narzisse ist für alle Tiere giftig. Sie enthält u.a. toxische Alkaloide wie Lycorin, Galantamin und Narcissin, ein giftiger Inhaltstoff, der hauptsächlich in der Zwiebel vorkommt und bei äußerlichem Kontakt wie Muscarin, ein Pilzgift, wirkt. So kann es bei Verwechselungen z.B. einer Narzissen-Zwiebel mit Lauch zu Magen-Darm-Krämpfen, Erbrechen, Speichelfluss, Muskelzittern und Tod durch Herzlähmung kommen. Bei Verzehr von nur 15 Gramm Narzisse kann beispielsweise ein Hund sterben. Aber nicht nur die Zwiebel, sondern auch die restlichen Pflanzenteile sind giftig.

Besonders bei Gärtner tritt häufig die Narzissen-Dermatitis auf, wenn die Haut mit dem Pflanzensaft in Berührung kommt, was starke Schmerzen auslösen kann. Gerade die Giftigkeit bildet einen besonderen Schutz für die Narzisse, der besonders Wühlmäusen vertreibt. Aber bei Weidevieh kann die Pflanze Magen- und Darmentzündungen verursachen.

Verwendung als Heilpflanze

Noch ist die Narzisse in der Homöopathie zu wenig erforscht, aber in der Antike beispielsweise, fand die Gelbe Narzisse wegen ihrer hautreizenden und giftigen Eigenschaften häufig Verwendung als Mittel gegen Hautkrankheiten.

In der heutigen Homöopathie wird das Mittel gegen Bronchialkatarrh, Schnupfen und im krampfhaften Stadium des Keuchhustens angewandt. Jedoch belegen neuere Studien, dass das in Narzissen enthaltene toxische Alkaloide Galantamin eine leichte bis mittelschwere Alzheimer Demenz positiv beeinflussen kann.

Die aus den Blüten gewonnene Essenz Daffodil – Narcissus pseudonarcissus soll hilfreich unterstützend gegen Depression und zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes sein.

Erstaunlicherweise ist die Gelbe Osterglocke beinahe geruchlos, während die Weiße Narzisse einen starken Duft verbreitet.

Osterglocke, Osterglöckchen oder Märzenbecher

In der Blumensprache steht die Narzisse als Sinnbild für Eitelkeit und Eigenliebe, sowie die Unfähigkeit andere zu lieben. Aber auch als Symbol für den Frühling.

Die Weiße Narzisse wird als Zeichen für Trauer und Tod, unglückliche Liebe, aber auch für Ritterlichkeit gedeutet.

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