Gartensaison im Herbst

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Nutzpflanzen wie Tomaten, Artischocken oder Topinambur sind wild wachsende oder Kulturpflanzen, welche als Nahrungsmittel für Menschen und als Viehfutter verwendet werden. Aber wussten Sie auch, dass viele Nutzpflanzen durchaus auch attraktive Zierpflanzen sind?

So haben zum Beispiel Artischocken (Cynara cardunculus) durchaus sehenswerte und schmackhafte Blüten. Auch Tomatenfrüchte (Solanum lycopersicum) sind nicht nur eine Gaumenfreude, sondern zudem auch eine Augenweide.

Mit ihren leuchtend gelben Blüten fällt die „Erdbirne“ oder Topinambur (Helianthus tuberosus), eine ausdauernde Sonnenblumen-Art, im Spätsommer ebenso auf.

Artischocken ganzjährig anbauen

Ursprünglich stammt die Artischocke (Cynara scolymus) aus Nordafrika bzw. der südöstlichen Mittelmeerregion. Sie ist mit den Disteln verwandt und gehört zur Familie der Korbblütler. Von den alten Griechen, Ägypter und Römer wurde die Artischocke nicht nur als Delikatesse, sondern auch als Aphrodisiakum geschätzt, – eine natürliche Substanz, welche das sexuelle Verlangen stimuliert.

Artischocken werden in unseren Regionen, wegen ihrer essbaren knospigen Blütenstände angebaut und als Gemüse gegessen. Durch die unterschiedlichen Sorten können Freunde mediterraner Gemüse, Artischocken durchaus mehrjährig im Garten züchten.

Ausdauernde Arten, dazu zählen Artischocken, welche nördlich der Alpen fast das ganze Jahr über angebaut werden, kommen unter einer Laubschüttung gesund durch den Winter. Die Vermehrung ist durch Aussaat oder Teilung möglich. Bevor sie sich entwickeln, werden die Blüten geerntet.

Dem Inhaltsstoff Cynarin, der für eine leicht herbe bis bittere Note sorgt, verdankt die Artischocke nicht zuletzt den feinen Geschmack. Dieser Inhaltsstoff wirkt außerdem cholesterinsenkend und regt den Gallenabfluss aus der Leber an. Zudem ist die Artischocke reich an Vitaminen und Mineralien wie Eisen, Kalzium und Magnesium.

Nutzpflanze Topinambur

Der Herbst ist die Haupt-Erntezeit der Topinambur-Knollen. Grundsätzlich können die Knollen zwar das ganze Jahr hindurch geerntet und verzehrt werden, aber gerade im Sommer, wenn der Boden sehr trocken ist, speichern die Topinambur-Knollen weniger Wasser, sind leicht schrumpelig und schmecken deshalb zäh. Daher sollten man in heißen Sommermonaten keine Knollen ernten.

Dort, wo sie ungehindert wuchern dürfen, kann die Pflanze direkt in die Gartenbeete gesetzt werden (z. B. als Windschutz an einer Nordseite). Da die Stauden sich stark durch Wurzelausläufer ausbreiten, empfiehlt sich in kleinen Gärten besser den Wurzelraum einzuschränken (Vorsicht: Topinambur breiten sich stark aus und sind kaum einzudämmen!)

Rhizomensperren sind hier durchaus empfehlenswert und wer die wuchsfreudigen Knollen komplett „in Schach“ halten möchte, pflanzt sie in Kübel und Wannen. Die dicken, essbaren Knollen entwickeln sich zahlreich an älteren Beständen von Knollen, bzw. Rhizomen.

Topinambur lässt sich in der Regel durch die Aussaat von Samen vermehren, aber auch durch Teilung erhält man Jungpflanzen. Die Wurzelrhizome lassen sich roh (z. B. als Salat geraspelt) oder gekocht, als süßlich schmeckende Kartoffel zubereiten, sind aber nicht jedermanns Geschmack.

Geschmacklich ähneln Topinambur stark der sogenannten „Süßkartoffeln“.

Üppige Bestände der Topinambur sind häufig auf Schuttplätzen oder verwildert, in freier Natur, zu finden. In der Regel stammen sie aus Gärten, in denen sie Überhand nahmen und entfernt wurden.

Tomaten – von der Zierpflanze zur Nahrungspflanze

Reife Tomaten am Tomatensteckling
Fast reife Eiertomaten

Tomaten (Solanum lycopersicum) gehören zu den unproblematischen Nutzpflanzen, die sich in den unterschiedlichsten Sorten einfach im Garten oder im Kübel auf dem Balkon anbauen lassen.

Die „Paradiesäpfel“ sind durch einen hohen Anteil an Vitamin C und Mineralstoffen nicht nur sehr gesund, sondern auch besonders kalorienarm und haben sich zum Lieblingsgemüse der Deutschen entwickelt. Am besten schmecken natürlich ausgereifte Tomaten frisch vom Strauch.

Wenn im September das warme Klima langsam durch Kälte und regnerische Witterung abgelöst wird, neigt sich das Tomatenjahr dem Ende zu. Da Tomaten zu den wärmebedürftigen Gemüsesorten zählen, sollten jetzt auch unreife Früchte geerntet und an einem dunklen Ort gelagert werden, wo sie nachreifen können.

Wer zusätzlich die Blüten entfernt, hilft auch den grünen Früchten beim Ausreifen. Die Tomatenpflanzen sollten nicht mehr gedüngt, dafür aber noch regelmäßig gewässert werden. Im Freiland gedeihen Tomaten im Herbst am besten, wenn man sie mit Folien oder Hauben schützt.

Richtiges ernten und lagern von Gemüse

Kürbis
Kürbisse lassen sich über viele Monate einlagern.

Die Fülle an Gemüse, welches jetzt geerntet wird, sollte für die Winterzeit aufbewahrt werden. Besonders gut zum Einlagern eignen sich Wurzelgemüse wie Karotten, Kartoffeln, Sellerie, Zwiebeln und Rote Bete, aber auch Kürbisse sind perfekt geeignet. Wichtig ist es, nur vormittags und bei trockenem Wetter zu ernten, da sonst feuchtes Gemüse sofort faulig wird.

Da Vitamine stark temperatur- und lichtempfindlich sind, werden diese bei der falschen Lagerung schnell zerstört. Während bei hoher Luftfeuchtigkeit Kartoffeln in einem kühlen Keller lange lagerfähig bleiben, lassen sich Karotten in feuchtem Sand besser frisch halten. Die Lagerung kann sowohl im Garten, etwa in einer Erdmiete (Grube), in großen Kübeln im Erdkeller oder einem kühlen Raum im Haus erfolgen.

➡ Wichtig bei der Lagerung: Obst und Gemüse nie zusammen lagern.

Nach der Ernte kommt die Bodenpflege

Die Lockerung des Bodens gehört im Herbst zu den wichtigsten Gartenarbeiten. Die beste Zeit für eine Bodenverbesserung ist nach der Ernte, wenn kein Wintergemüse gesät wurde.

Dann ist es auch eine günstige Zeit für Bodenproben. Grundsätzlich fördert die Lockerung mit der Grabgabel die Durchlüftung des Bodens, ohne dabei die Bodenschichtung zu vermengen. Ebenfalls wird dabei der Boden als Vorbereitung für die nächste Vegetationsperiode belüftet. Zur Auffrischung kann bei dieser Gelegenheit Kompost verteilt und eingearbeitet werden.

Bodenproben auswerten lassen

In der Regel erfolgt mit dem schriftlichen Ergebnis der Bodenuntersuchung durch das ausführende Labor, meistens auch eine Düngeempfehlung für das geprüfte Grundstück. Allerdings sind diese Empfehlung nur Richtlinien, denn es sollte immer auch die Gesamtsituation, wie Nutzung oder Fruchtwechsel, dabei berücksichtigt werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Veränderung zu erwirken und bestimmte Pflanzen optimal zu ernähren. Besonders Kohlarten und Sellerie sind auf eine reichhaltige Nährstoffversorgung angewiesen und durch Zugabe von Steinmehl kann ein Mangel behoben werden.

Ruhezeiten sind eine gute Möglichkeit zur Erholung ausgezehrter oder auch belasteter Böden, welche zusätzlich durch die Einsaat von Gründüngerpflanzen unterstützt werden können.

Tipps zum Garten-Monat September / Oktober

  • Zur Gartenpflege im Herbst gehört die Bodenpflege, um das Brachland für das Frühjahr vorzubereiten. Danach kann der Winter die Rasenoden verrotten und die Erdschollen bröckelig werden lassen.
  • Faulige Früchte beim Abernten der Obstbäume beseitigen, denn sie sind oft genug die Ursache für Krankheiten.
  • Jetzt ist noch Saatzeit für Feldsalat – das beliebte Wintergemüse.
  • Aktuell gibt es eine Menge an Kompost-Material. Die Kompostierung entlastet nicht nur die Mülltonnen, sondern bringt wertvollen Gartenkompost.
  • Entleeren Sie rechtzeitig volle Kompostsilos. Dabei können halb verrottete Pflanzenteile mit frischen Abfällen vermischt und noch mal kompostiert werden. Der reife Kompost ist ein ideales Bodenverbesserungsmittel.

Fotoquellen:Kürbisse im Hebst  @ shutterstock.com

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