8 Tipps, wie es mit der Aussaat klappt

852

März, April und die Gartenzeit ist nun endlich wieder eingeläutet. Nun gut, wer sich glücklich schätzen kann, hat ein Frühbeet oder Gewächshaus, denn die Saison geht dort natürlich wesentlich früher los und das lange Warten ist entsprechend kürzer.

Für Garten-, und Balkonbesitzer ist der Startschuss im März und April gegeben, denn die erste Aussaat kann beginnen. Blumen, Gemüse, Stauden und andere tolle Gewächse können frühzeitig auf der Fensterbank vorgezogen werden.

Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Genau dieses Motto trifft tatsächlich zu, denn wer frühzeitig sät, kann auch zügiger ernten oder sich über eine reiche Blütenpracht freuen. Pflanzen benötigen eine festgelegte Entwicklungszeit bis zur Erntereife oder bis zur ersten Blüte.

Daher wird derjenige belohnt, der früh in den Startlöchern sitzt, die Aussaat auspflanzt und ab Mai – nach den Eisheiligen – die Pflänzchen in die Gartenbeete verpflanzt. Folglich ist es ratsam rechtzeitig Saatgut auszusäen und möglichst viele Pflanzen im Warmen vorzuziehen.

Aber wie gedeiht mein Saatgut möglichst gut? Welche Dinge benötige ich? Was ist zu empfehlen? Wie geht die Aussaat bestmöglich auf?

Dinge, die sich für eine erfolgreiche Aussaat bewährt haben:

1. Aussaaterde

Diese Erde ist keimfrei und nährstoffarm. Daher werden die Samen angeregt, auszutreiben und zu wurzeln. Wer wenige Nährstoffe zu Verfügung hat, treibt lange Wurzeln, um die wenigen Nährstoffe überall zu ergattern. Heißt: die Samen treiben aus, entwickeln gute und weitläufige Wurzeln und durch die keimfreie Erde sind Krankheiten relativ selten der Fall.

Persönlich haben wir auch gute Erfahrungen mit einer kleinen Beimischung von Wurmhumus gemacht, da die Keimraten mit diesem Humus sehr hoch waren. Auch der Wurmhumus macht Pflanzen strak und schützt vor Krankheiten!

Gartenboden, Gartenerde
Gute Erde ist das A und O im Garten und bei der Aussaat von Pflanzen.

2. Das Saatgut rechtzeitig mit Gartensteckern markieren

Ganz ehrlich: anfänglich ist man sich sicher, die gesetzten Samen gut unterscheiden zu können, sind sie aber erst einmal „unter der Erde“, sieht Euer Gewächshaus auf einmal überall gleich aus und ihr wisst schon sehr bald nicht mehr, wo der Salat, Tagetes, Sonnenblumen oder anderes Saatgut gepflanzt wurde.

Daher bitte von Beginn an markieren! Es gibt diese Pflanzstecker oder auch Pflanzschilder bereits ab 1 € im 20-er Pack oder ihr bastelt einfach ganz individuelle Stecker selbst. Im Internet gibt es zahlreiche Ideen: von bemalten Steinen, über beklebte Kochlöffel, bis hin zu verziertem Metallbesteck.

Samen kennzeichnen - einfach möglich mit kleinen Schildern und äußerst nützlich!
Samen kennzeichnen – einfach möglich mit kleinen Schildern und äußerst nützlich!

3. Zimmergewächshäuser sind Gold wert

So klein sie auch sind – sie gewährleisten ein konstant warm-feuchtes Klima. Ideal für die kleinen Samen, die meist Wärme und Wasser benötigen (ausgenommen Kaltkeimer). Samen in den Mini-Gewächshäusern keimen meist wesentlich schneller, als auf der Verpackung angegeben, vorrausgesetzt sie stehen warm unf feucht.

Ideal ist ein warmer Fensterplatz, ein schnuckeliges Plätzchen am Kachelofen, oder wer nichts dergleichen hat, kann auch auf sogenannte „Heizmatten“ zurückgreifen. Diese gibt es bereits ab 30 € zu kaufen und werden mit Strom und meist einem Thermostat betrieben, welches auf die gewünschte Keimtemperatur eingestellt werden kann und dann die benötigte Wärme an die Samen / Keimlinge abgeben.

Meine persönliche Erfahrung zu Heizmatten für die Keimung von Saatgut: Sie sind Gold wert! Die Aussaat keimt wesentlich schneller, viel zahlreicher und ihr habt einen raschen Erfolg, der Spaß macht. Diese Anschaffung lohnt sich! Entscheidet Euch aber für ein Modell mit Thermostat. Dann könnt ihr auch gezielt die Temperatur einstellen, die die Samen zum Keimen benötigen. ➡ Hier mein Modell auf Amazon: http://amzn.to/2niFdcq

Meine Tomatensamen sind beispielsweise nicht nach 2-3 Wochen ausgekeimt, wie auf der Packung angegeben, sondern bereits nach 3 Tagen. Am 4. Tag waren schon die kleinen Pflänzchen sichtbar. Super, oder?

Stellt Euch die Heizmatten wie Heizkissen vor! Sie machen es den Samen auch ganz kuschelig warm, dadurch treiben sie schneller aus!

Zimmergewächshaus
Zimmergewächshaus

4. Alternativ statt Zimmergewächshaus: Blumentöpfe mit Abdeckung

Ob es nun die durchsichtige Folie, Frischhaltefolie oder eine Glasabdeckung ist, ist realtiv einerlei. Lichtdurchlässig muss der Deckel sein, die Wärme im Topf halten und er sollte abnehmbar sein. Warum? Falls es zu warm werden sollte, wollen die Samen und Pflänzchen nicht verglühen, sondern die Abdeckung sollte zur freien Luftzirkulation abgenommen werden.

Im Grunde ist eine relativ konstante Temperatur ratsam. Welche genau? Diese steht meist auf der Verpackung des Saatguts! Zimmertemperatur ist hierbei perfekt und rund 20 -22 Grad schätzen viele Samen sehr und keimen dankbar aus!

5. Wenn die Pflanzen gewachsen sind: ein Pikierstab ist nützlich!

Ihr könnt Euch einen Pikierstab zulegen, dadurch kann das Erdreich beim Umpflanzen der Setzlinge gelockert werden und die Wurzeln werden nicht beschädigt. Plastikpikierstabe (siehe Bild) gibt es bereits ab 3 € im Gartenmarkt.

Wer keinen Stab zur Hand hat, kann sich auch mit einem dickeren Stöckchen aus dem Garten behelfen. Im Grunde geht es einzig und allein darum, das filligrane Wurzelwerk der kleinen Pflänzchen keinesfalls zu schädigen. Wer mit den Fingern oder Gartenhandschuhen die sensiblen Pflänzchen aus der Erde holt und versetzt riskiert, daß einige wichtige Wurzeln zerstört werden und der Setzling folglich eingeht. Daher: lieber vorsorgen und mit einem Pikierstab oder Stöckchen arbeiten!

Pikierstab für Setzlinge - sehr nützlich!
Pikierstab für Setzlinge – sehr nützlich!

6. Beim Umtopfen genügend „Wohnraum“ für die Pflanzen einplanen!

Die Pflanzen werden in der Regel umgetopft, wenn sich das zweite Blattpaar gebildet hat. Meist stehen die kleinen Pflanzen „dicht an dicht“ im Blumentopf, daher ist ein Umpflanzen meist nach 4 bis 6 Wochen unverzichtbar. Die Pflanzen benötigen ein großzügiges Angebot, um heranzuwachsen und einen ordentlichen Wurzelstock auszubilden. Daher sind nach einiger Zeit größere Töpfe notwendig, bevor sie später an ihre endgültige Stelle verpflanzt werden.

7. Vergesst nicht: manche Pflanzen benötigen bald eine Stütze!

Sind die Pflänzchen etwas herangewachsen, benötigen sie häufig eine „kleine Stütze“, um nicht abzuknicken. Hierfür könnt ihr Schaschlickspieße nehmen, oder auch kleine Äste aus dem Garten. Auch biegsame, junge Weidenäste sind bestens als Stütze geeignet.

Steckt diese behutsam neben die kleinen Setzlinge, so daß sie sich daran „anlehnen“ können. Gerade Kletterpflanzen oder hochwachsende Blumen können schnell in die Höhe schießen und stehen dann „auf wackeligem Fuß“. Daher unbedingt rechtzeitig stützen und Halt geben!

Tomaten pflanzen, Setzlinge
Junge Tomatenpflanzen werden nun vereinzelt und schonend an die Außentemperaturen gewöhnt. Vorsicht vor direkter Sonneneinstrahlung in den ersten Wochen!

8. Langsam abhärten – Setzlinge mögen keinen „Sonnenbrand“!

Um zu vermeiden, daß die Pflanzen einen Schock bekommen, sollte man sie rechtzeitig sanft abhärten. Im Gewächshaus und unter der Abdeckung herrscht natürlich immer ein unnatürliches Klima: stets warm, feucht, windgeschützt und auch nicht sonnig. Anfangs sollten die Setzlinge daher mit viel Fingerspitzengefühl abgehärtet werden.

Ab und zu den Deckel abnehmen und ein wenig Lüftung den Jungpflanzen gönnen, oder aber bei warmen Tempe
raturen die Pflanzen draußen in den Schatten stellen, ebenso auch einmal dem Wind aussetzen – so kann das Abhärten erfolgreich funktionieren. Es ist wenig ratsam, die empfindlichen Setzlinge vom geschützten Klima nahtlos in den Garten zu versetzen. Sicherlich hättet ihr in diesem Fall hohe Verluste zu beklagen, die nicht sein müssen!

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Das könnte dir auch gefallen Mehr vom Autor

Kommentare sind geschlossen, abertrackbacks und Pingbacks sind offen.