10 Tipps für eine gute Tomatenernte

Mit ein paar Kniffen zur reichen Tomatenernte

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Weltweit gibt es rund 10 000 Kultursorten der roten Frucht, die hierzulande zu den beliebtesten Gemüsesorten gehört.

Dies mag daran liegen, daß ihre Verwendung äußerst vieleistig ist, denn angefangen beim Salat, über Tomatensuppen, bis hin zu aufwendigen Aufläufen – kulinarisch macht die Tomate immer eine gute Figur.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, daß die Tomate in kaum einem Nutzgarten fehlen darf, denn ihr Ertrag ist groß, sofern einige Pflanz- und Pflegetipps beachtet werden.

Worauf die Tomate Wert legt, was sie so gar nicht schätzt und welchen Gärtner sie mit vielen Früchten verwöhnt, möchten wir mit einigen Tipps nahe bringen.

Tomatensamen, seltene Sorten von Gartenzeitung.com
Zahlreiche Tomatensorten stehen zur Auswahl.

10 Tipps, wie es mit den Tomaten gelingt:

1. Früh vorziehen für schnelle Ernte

Zimmergewächshaus
Zimmergewächshaus

Tomaten können bereits ab Februar / März auf der sonnigen Fensterbank vorgezogen werden. Tomaten lieben warme Temperaturen und zu Beginn eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. Daher sollten die Samen in eine nährstoffarme Anzuchterde gesetzt und mit einer durchsichtigen Folie bedeckt werden. Gut geeignet sind auch sogenannte „Zimmergewächshäuser“, die es bereits ab 5 € im Discounter oder Gartenfachmarkt zu erstehen gibt. „Deckel hoch“ heißt es, wenn die Temperaturen zu warm werden, denn sonst kann es den wärmeliebenden Pflänzchen schnell zu heiß werden.

Ebenso sind die Samen und Setzlinge stets reichlich mit Wasser zu versorgen, so daß sie üppig wachsen können. Empfehlenswert ist es, die Pflänzchen dabei vorsichtig zu begießen, denn ein zu harter Wasserstrahl kann Samen oder Setzling aus der Erde schwemmen. Hierfür sind auch spezielle Gießaufsätze für PET-Flaschen wunderbar geeignet, die wir bereits in der Gartenzeitung.com vorgestellt haben.

Wer diesen Aufwand nicht betreiben möchte, kann bereits vorgezogene Jungpflanzen kaufen. Die Sortenvielfalt ist hierbei natürlich begrenzt.

Da die Tomate keinen Frost verträgt, darf sie erst nach den Eisheiligen in das Gartenbeet gepflanzt werden.

2. Nährstoffreicher Boden wird belohnt

Tomatensamen, Tomate
Tomaten gibt es in den vielfältigsten Sorten. Nicht nur rot, sondern auch gelb, grün, violett oder schwarz können sie sein.

Die Tomate gehört zu den Starkzehrern. Soll heißen: ihr Nährstoffbedarf ist hoch und mit mageren und armen Böden ist sie unzufrieden. Daher können Gartenbeete bereits ab dem Herbst mit Kompostzugaben versehen werden, die die Tomatenpflanze im darauf folgenden Jahr dankt.

Aber auch während der Wachstumsperiode ist es nicht zu spät, die nährstoffliebende Pflanze reichlich mit „Vitaminen“ zu versorgen. Hierfür kann garer Kompost untergemengt werden, aber auch der wertvolle Wurmhumus versorgt die wachsende Pflanze ideal. Hornspäne, Brennesseljauche oder wer es einfach mag, kann auf Tomatendünger zurück greifen.

3. Sonniger Standort für Tomaten

Der richtige Standort für Tomaten ist, neben des nährstoffreichen Bodens, zwingend notwendig. Tomaten gehören zu den sonnenhungrigen Pflanzen und dulden keinen Schattenplatz.

Die Tomaten reifen nur gut aus, wenn ein sonniger und geschützter Standort ausgewählt wird. Hauswände, geschützte Terrassenplätze, Südseite – all das verdankt die Tomate mit reichlich Ertrag.

4. Platzbedarf – Tomaten benötigen ausreichend Platz

Tomaten pflanzen, SetzlingeDie Tomatenpflanzen brauchen Platz um gut zu gedeihen und um zahlreiche Früchte auszubilden. Daher sollte genügend Platz im Gartenbeet vorhanden sein (ausreichend Pflanzabstand berücksichtigen). Die Tomaten sollten Abstand haben, sich nicht berühren, da sie sich sonst Licht für die Fruchtreife nehmen und Krankheiten schnell übertragen werden können.

Wer die Tomate in einen Kübel, Eimer oder Topf pflanzen möchte, sollte hierfür rund 10 bis 15 Liter Volumen je Pflanze kalkulieren und reichlich gießen. Der tägliche Wasserbedarf kann hoch sein. An warmen Tagen durchaus bis zu 5 Liter täglich.

5. Ausgeizen

Tomatenpflanzen sollten nicht wild wuchern – daher ist ein kontrollierter Wuchs notwendig. Maximal 7 Blütenstände können ausreifen, danach sollte die Tomate in der Größe „gekappt“ werden. Kleine Zwischentriebe müssen ebenso ausgebrochen (ausgegeizt) werden, um den großen Haupttrieben die volle Wuchskraft zu geben (Saft geht in die Haupttriebe und Fruchtansätze). Das Ausgeizen löst eine schnellere Fruchtreife und ein größeres Fruchtwachstum aus.

Zu guter Letzt dürfen die Blätter unterhalb des ersten Fruchtstandes entfernt werden (also alle Blätter zwischen Boden und ersten Blüten), denn sie sind nicht notwendig und rauben den ersten Fruchtansätzen Licht und können auch schnell Krankheiten aufnehmen.

6. Kartoffeln und Tomaten – keine guten Gartennachbarn

Die sogenannte „Braunfäule“ kann sich übertragen, wenn das Laub der reifen Kartoffeln welkt und sich diese Krankheit auf die Tomatenpflanze überträgt. In kürzester Zeit werden Tomatenblätter welk, die Tomaten fleckig und die Ernte ist rasch dahin. Daher ist es ratsam, die zwei Gemüsepflanzen strickt zu trennen und keine Krankheitsübertragung zu riskieren.

Erfahrene Hobbygärtner raten auch davon ab, Tomatenpflanzen in das Kartoffelbeet des vergangenen Jahres zu verpflanzen – hier sollte besser für einige Zeit auf ein anderes Beet ausgewichen werden, um keinen Krankheitsbefall auszulösen.

7. Tomaten stützen

Cocktailtomaten in Wurmhumus gepflanztTomaten können mächtig wachsen und nicht immer ist der Stamm stark genug, die Pflanze und das hohe Gewicht der reifen Tomaten zu tragen. Wer verhindern möchte, daß die Tomate Schieflage bekommt oder gar bricht, sollte rechtzeitig stützen. Hierfür sind einfache Stöcke ausreichend oder auch kräftige Weidenzweige, wie man es öfter in Schrebergärten sieht. Zum Fixieren sollten weiche Bänder oder gepolstertes Material verwendet werden, um Schnittstellen zu verhindern. Draht oder ähnlich scharfkantiges Material ist daher nicht geeignet.

8. Mulche die Tomaten

Sind die Tomaten ins Freiland verpflanzt, gib Ihnen Mulch. Mulch schützt zum einen beim Gießen, denn das Wasser spritzt kaum auf die empfindlichen Tomatenblätter. Zum anderen dient der Mulch als natürlicher Schutz für die vorhandene Bodenfeu
chtigkeit. Er wirkt wie eine Schutzdecke, die eine größere Verdunstung verhindert.

9. Kraut- und Braunfäule vermeiden

Tomaten mögen warme und sonnige Standorte. Stehen die verwöhnten Sonnenanbeter im Regen, kann die gefürchtete Kraut- und Braunfäule eintreten. Die Blätter werden fleckig, auf der Unterseite bildet sich ein gräulicher Belag, die Tomaten zeigen braun-schwarze Stellen und sind dann ungenießbar.

Häufig kann diese Krankheit bei warmen und feuchten Witterungseinflüssen entstehen, die die Tomatenpflanze nicht schätzt. Ein überdachter und geschützter Platz ist daher im Vorfeld zu empfehlen. Ebenso sollte beim Gießen darauf geachtet werden, daß die Pflanze nicht naß wird.

Ratsam ist: die Tomatenpflanze von unten zu gießen, statt dass Blattwerk mit Wasser zu benetzten. Auch ein Tomatenhaus kann ausreichend Schutz gegen die Krankheit geben.

10. Bestäubung im Gewächshaus

Bienen und Hummeln bestäuben bekannterweise am Besten. Daher sollten Türen und Fenster des Gewächshauses tagsüber geöffnet bleiben, um die nützlichen Insekten einzuladen, ihre Tätigkeit zu verrichten. Wer dennoch nachhelfen möchte, kann dies auch mit einer elektrischen Zahnbürste erreichen. Diese rüttelt vorsichtig an den Pollen der Blüten und alles wird ideal bestäubt.

Dies funktioniert allerdings nur bis 30 Grad, da die Blütenpollen der Pflanze sonst verkleben.

Bildquellen: Gartenzeitung.com

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